15.06.2007

Maskulismus auf dem Vormarsch?

Die Zeiten sind längst vorbei als ein Mann eine Frau bekam die kochen konnte wie seine Mutter, heute bekommt Mann eine Frau die säuft wie sein Vater. Machos sind genauso out wie Softies, und trotz der gleichmachenden Bemühungen des Gender Mainstreamings haben immer mehr Männer das Gefühl dass die Gesellschaft immer mehr verweibliche. Ist das der Impuls einer neuen Maskulismusbewegung?


Vor Jahrzehnten traten auch im deutschsprachigen Raum die ersten ernstgenommenen Feministinnen an um die übelsten Verzopfungen einer damals eher patriarchalischen Gesellschaft aufzubrechen. Wie so häufig nach einer Sturmphase, nach ersten Erfolgen und einer Reifephase kämpft der Feminismus heute in der Sättigungsphase damit dass er hauptsächlich von Frauen getragen wird die entweder einen gesellschaftlich einigermaßen tolerierten Rassismus ausleben wollen (gegen Männer), oder von Frauen die deshalb Feministin werden müssen weil ihr innerlicher wie äußerlicher Liebreiz auf auch noch den letzten Mann absolut vertreibende Wirkung hat. Im Gegenzug ist der Maskulismus mittlerweile eine Bewegung die nicht lächerlich genug ist um von Wikipedia ignoriert zu werden, und selbst Österreich (ansonsten verläßlich Letzter bei allen gesellschaftlichen Errungenschaften wie z.B. Tamagotchis, Privatfernsehen oder die kollektive Ganzkörperrasur) hatte vor Jahren bereits eine Männerabteilung im Frauenministerium in die Welt gerufen. An der dritten Front kämpfen die Gender Mainstreaming-Berufenen die mehr oder minder radikal jeden Geschlechtsunterschied möglichst per Gesetz tilgen wollen. Es wäre interessant Feministinnen, Maskulisten und Gender MainstreamistInnen (unbedingt mit Binnen-I !) einmal ausreichend bewaffnet für eine Weile in einen gemeinsamen Raum zu sperren und zu schauen was dann passiert.

Aber zurück zum Maskulismus. Wir waren beim Maskulistischen Männerbund in Wulmsbüttel zu Gast und interviewten dort deren Sprecher Stephen Schlappschweif. Herr Schlappschweif schildert uns das maskulistische Leid seiner Gruppe : "In Wahrheit verweiblicht unsere Gesellschaft immer mehr, und das getrieben durch die großen Medienkonzerne und die Industrie. Nehmen Sie zB das Fernsehen : heute gibt es da nur mehr Labershows (echte Männer wollen schweigen oder handeln), Kochsendungen noch und nöcher (aber kaum was über Grillen - die einzige für einen Mann akzeptable Garungsart), von Kuppelsendungen bis SATC, selbst die Krimikommissare sind heute weiblich. Und das Sportfernsehen verbannt man zusehends ins Pay-TV, während der ganze weibliche Kram gratis im Öffentlichrechtlichen dominiert. Dabei zahlen auch wir Männer GEZ Gebühren!"

Ein paar Jungs die bloß unzufrieden mit dem Fernsehprogramm sind? Herr Schlappschweif entgegnet unserer Vermutung empört: "Ach was, schauen Sie sich doch um. Frauen leben länger als Männer und beziehen länger Rente. Für Frauen gibt es zigtausende Varianten von PushUp-Bras, für Männer hingegen die ein wenig zu klein... äh Sie wissen schon kaum passende PushUp-Pants. Frauen werden heute Kanzler. Deutsche Frauen werden im Fussball Weltmeister, Männer längst nicht mehr. In Baumärkten, früher der letzte Ort wo Männer noch Mann sein konnten wird man heute sogar von Frauen bedient. Und eingeschult in die Bedienung neuer Bohrmaschinen! Frauen kriegen Ladybonus bei den Versicherungen. Frauen müssen keinen Mutterschaftsnachweis leisten wenn die Zeugung eines Kindes ein wenig ungewiss ist. Und und und... bald werden wir Männer reduziert auf Erbgutspender die anschließend nach ihrer Pflicht vermutlich in Käfigen gehalten werden, oder noch schlimmer!"

Wir von UNTERNEUNTUPFING Aktuell fragten zum Schluß Herrn Schlappschweif noch ob er und seine Gruppe Forderungen und Vorschläge hätten wie es den künftig geschlechtlich gerechter in der Welt zugehen solle? Herr Schlappschweif antwortete kurz : "Na klar hätte ich Ideen. Aber meine Frau hat mir verboten diese außerhalb unserer Gruppe zu äußern."
Na dann...

(Bild: slö / Flickr / CC BY-NC-SA)