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26.01.2009

Silvija Valéria Fröhlich und die Kunst, den Staat über Hartz IV & Co auszunehmen

kunstSelten aber doch unterbricht die deutsche Mainstream Presse ihre tägliche Haue auf die bösen Reichen, Unternehmer und Manager, um auch einmal wieder einen besonders spektakulären Fall von Sozialbetrug zu melden. Diesmal geht es um die Künstlerin Silvija Valéria Fröhlich und 100.000 Euro an Hartz IV Geldern...

Der Fall Silvija Valéria Fröhlich

Wie bild.de unter dem Titel Hartz-IV-Betrug! Schöne Promi-Malerin zockt über 100 000 Euro ab berichtete, soll sich die Promi-Künstlerin Silvija Valéria Fröhlich gemeinsam mit ihrem Gemahl über Jahre hinweg 100.000 Euro aus Hartz IV unrechtmäßig erschlichen haben.

Der Bild-Artikel schildert Frau Fröhlich als Frau mit durchaus aufwendigem Lebensstil, und berichtet von einer rechtskräftigen Verurteilung vor Gericht.

Selbstdarstellung des lebenden Kunstwerks Fröhlich

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags war nur die Website für Öffentlichkeitsarbeit von Silvija Valéria Fröhlich online. Wer mehr über die Künstlerin erfahren will, findet dort unter anderem folgende Selbstdarstellung :

"Diva, Coach, Künstlerin, Mutter von 4 Kindern. Erfolgreiche Global Playerin mit zahlreichen Kunden aus Wirtschaft, Politik, Adel. Öffentliche und private Ankäufe weltweit."

Nun, unsere Leserinnen und Leser werden uns sicherlich darin zustimmen, dass das deutsche Sozialhilfe-System genau eben geschaffen wurde, um globale Playerinnen mit Klientel in Wirtschaft, Politik und Adel nicht vor die Hunde gehen zu lassen.

Geschickte & ungeschickte Sozialbetrüger

Aus dem Staat Geld zu holen scheint zwar manchen recht leicht zu fallen, aber nicht alle stellen sich geschickt an. Besonders dreist und ungeschickt etwa zuletzt Herr Zumwinkel, der als Post-General zuerst im üblen Verdacht von Insidergeschäften stand, bzw. sich ein Mindestlohngesetz bestellt zu haben, um den direkten Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, und darauf anschließend sogar noch wegen Steuerhinterziehung erwischt wurde.

Nicht wenige Wirtschaftstreibende meinen, Herr Zumwinkel sei eine Schande für die Manager-Zunft. Nicht wegen Gier und Hintertriebenheit, sondern wegen dreistem Unvermögen dabei.

Frau Fröhlich und die Politiker

Global Playerin und Lebendes Gesamtkunstwert Silvija Valéria Fröhlich hätte, so denn die Berichte von bild.de der vollen Wahrheit entsprechen, wohl mit ihren Kunden aus der Politik besser auch ein paar kaufmännische Worte wechseln sollen.

Schließlich haben Politiker den Sozialbetrug am Staat am besten heraus. Sie lassen sich ihre Überbrückungsgelder aus Nichtarbeit nicht unter dem Titel Hartz IV ausbezahlen, sondern ganz legal als Gehälter und Diäten, ohne je in Gefahr laufen zu müssen, diese zurück zu zahlen. Und wenn mal etwas schief geht, winkt ein Posten in Brüssel oder bei einem staatsnahen Betrieb...

Weitere Artikel über Arbeit, Staat und Einkommen :

( Bilder : dierk schaefer)

15.01.2009

Bald Abwrackprämie für Verschrottung von Oma & Opa? | Konjunkturpaket III der Bundesregierung

wrack Es ist grundsätzlich eine intelligente Sache, wenn der Staat den Bürger mit Steuergeld dafür belohnt, wenn er etwas kaputt macht. Zum Beispiel wie aktuell Autos, die in ärmeren Ländern der Erde von ihren Besitzern gut und gerne noch 20 Jahre lang verwendet würden...

Die Abwrackprämie für alte Autos

Der Steuerzahler in Deutschland kann sich nicht wehren dagegen, dass die Grobe Koalition ein zweites Konjunkturpaket entworfen hatte, mit dem der Wirtschaftsabschwung erfolgreich unterstützt werden soll. Dabei im Paket die viel diskutierte Abwrackprämie von 2500 Euro für die Verschrottung eines mindestens 9 Jahre alten Autos bei gleichzeitigem Kauf eines Neuwagens im selben Jahr.

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung

Gewiss, dieses Konjunkturpaket der Bundesregierung wird nicht nur den Klimawandel retten, sondern auch noch die Wirtschaftskrise. Wie gut unterbelichtete Kreise in Berlin wissen, sei die Große Koalition so beseelt von der Idee der Abwrackprämie, dass bereits am nächsten Konjunkturpaket geschnürt werde, mit einer angemessenen Ausdehnung der Abwrackprämie.

Senioren belasten Gesellschaft & Konjunktur

So stelle man mit Schrecken fest, wie sehr die Senioren in unserer Gesellschaft dieselbe belasten. Die Alten ruinieren das Rentensystem, sie verstopfen die Krankenhäuser, sie blockieren die Kassa in Supermärkten 5 Minuten vor Ladenschluss.

Sie überfüttern Tauben im Park, und wenn sie mit den Gehhilfen aus den Altersheimen rasen sind sie Gefahr für Fußgänger, Radfahrer und Autolenker. Wer den Staat retten will, muss ihn von den Großeltern befreien.

Abwrackprämie für Großeltern

Werfen Sie also Ihre Großeltern noch nicht weg, sondern behandeln Sie sie eine Weile noch pfleglich. Wenn Sie Oma und Opa erst nach dem nächsten Konjunkturpaket III ordnungsgemäß verschrotten (und sich im selben Jahr einen minderjährigen Liebhaber oder eine minderjährige Liebhaberin zulegen), dann winken Ihnen nicht nur Erbe und Abwrackprämie für die Großeltern, sondern Sie kurbeln damit auch die Konjunktur an...

Weitere Artikel zu Wirtschaft, Staat und Senioren :

( Bilder : ZeroOne)

06.01.2009

Bordell Branche in der Schweiz kämpft mit der Wirtschaftskrise

gogo Denkt der Urlauber an die Schweiz, dann denkt er zuerst einmal an Banken & Käse als dominierende Wirtschaftszweige. Aber dieses Stereotyp ist falsch, mitnutten sind es die Bordelle, die im Land die Stoßrichtung vorgeben. Durch die Wirtschaftskrise bräuchte die Branche nun selbst Viagra...

Extreme Filialdichte bei den Bordellen

Nicht etwa die Banken haben in der Schweiz die meisten Niederlassungen, sondern es sind Bordelle mit den meisten Standorten im Lande (insbesondere wenn man die nicht ganz so offiziellen Lokale dazu rechnet).

Mit bordelle.ch, bordell-tipp.ch und lustmap.ch werben gleich 3 große Bordell-Verzeichnisse um interessierte Kunden (Österreich hat z.B. nicht mal so viele ernstzunehmende Allgemeine Telefonbücher im Internet).

Massive Überkapazitäten in der Puff Branche

Die Bordell Branche in der Schweiz kämpft somit ähnlich wie die Automobil Bauer offensichtlich mit massiven Überkapazitäten. Mögen die Positionen die man nicht nur in den Büchern hat für die touristische Hochsaison angemessen sein, außerhalb der Saison oder in Zeiten der Wirtschaftskrise können einheimische Männer nicht erficken, was in Schweizer Bordellen angeboten wird.

Der Staat lässt die Stecher im Stich

Da mit direkte staatlicher Hilfe für die eidgenössische Bordell-Branche eher nicht zu rechnen ist (sondern nur mit höchst privaten Initiativen ausgewählter Politiker), gehen die Bordelle unterschiedliche Wege, um der Wirtschaftskrise und ihren Folgen zu entkommen.

Ein Bordell geht richtig ran

Etwas Erregung hat dabei jüngst der Blaue Aff geschaffen, ein Etablissement aus der international bekannten Metropole der Lustbarkeit Affeltrangen, als man für teures Geld ein dralles Inserat im Blick schaltete, wie 20min.ch unter Mit Rieseninserat gegen Puff-Krise berichtete.

Winterschlussverkauf in den Nachtclubs und Massage Salons

Nicht alle Bordelle in der Schweiz verfügen über derartige Werbebudgets. Glaubt man den Informationen im Internet, so versuchen viele Nachtclubs über den Preis zum Schuss zu kommen, eine halbe Stunde in einem typischen Etablissement soll bereits deutlich günstiger sein als eine halbe Stunde Telefon-Seelsorge von Mike Shiva. Und Mike Shiva zieht sich dabei nicht mal aus (was manche auch für besser so halten).

Andere Nachtclubs versuchen dem Abschwung und dem Abbau von Stellen und Stellungen mit konventionellen Sonderangeboten zu entrinnen : z.B. einer Happy-Ending-Hour, 0% Leasing mit Eintauschgarantie, oder Nimm-3-Zahl-2, was sich aber etliche Freier nicht mehr zutrauen.

Unsichere Zukunft eidgenössischer Bordelle

Droht nun Kurzarbeit in den Schweizer Bordellen? Was wird aus dem Land, wenn nicht nur die Bordell Besucher, sondern die ganze Branche nicht mehr hochkommt? Können Cross-Bordell-Geschäfte ein Ausweg sein? Oder versinkt ein ganzes Land im Bordell-Line-Syndrom?

Weitere Artikel zu Lustbarkeit bzw. zur Schweiz :

( Bilder : Dj Lucifer)

04.01.2009

Bekommen Wiener Beamte bald einen Butler zur Seite?

wien Es ist ein alter Brauch, dass immer vor Wahlen die Gehaltsrunden & das Dienstrecht für Beamte oder öffentlich Bedienstete besondere Begünstigungen erfahren, schließlich will die jeweils regierende Partei alles in ihrer Macht stehende tun, um sich jede Stimme zu sichern, die man mit Steuergeld kaufen kann...

Geld verdienen als Bedienstete der Stadt Wien

Diesmal scheint das auch in Wien vor den kommenden Langtagswahlen der Fall zu sein. Wie diepresse.com unter Neues Dienstrecht: Extraurlaub für Wiener Beamte berichtete, hat die Gemeinde des Steuerzahlers Bestes gegeben, um den meist pragmatisierten Angestellten der Stadt Wien unnötige Furcht vor der Wirtschaftskrise zu ersparen.

Bei der Stadt Wien die Zeit zur Pension überbrücken

Experten sollen das Paket verurteilt haben. Vermutlich zu Unrecht, gelten doch Wiens Beamte nicht nur als jene Bedienstete, die am strengsten objektiviert nach Kompetenz und nicht nach Parteibuch selektiert werden, sondern auch die größten Belastungen auszuhalten haben, verrichten sie doch Dienst an Wiener Bürgern. Pauschale Diffamierung einer Berufsgruppe ist also höchst unangebracht.

Vor der Wahl muss die Partei handeln

Da man aber nie sicher sein kann als regierende Partei, dass die in ihrer Besoldung und in ihrem Dienstrecht gestärkten Wähler bis zur Wahl nicht alles wieder vergessen, denkt man angeblich im Wiener Kreml Rathaus bereits darüber nach, kurz vor den Wahlen noch einmal nach zu bessern.

Weitere Vergünstigungen zum Dienstrecht

So will man den Wiener Beamten fortan nicht nur einen Butler zur Seite stellen, sondern es sei auch geplant - neben zusätzlichen finanziellen Anreizen für einigermaßen regelmäßige Anwesenheit am Arbeitsplatz - ein paar weitere Vergünstigungen einzuführen.

Man spricht unter anderem über 1.Klasse-Abteile in den öffentlichen Verkehrsmitteln, reserviert für Bedienstete der Stadt Wien, oder wer es lieber umweltfreundlich mag, den eigenen Rikscha-Chauffeur. Auch in Diskussion stehen kostenlose Ausflüge zur Ché-Guevara-Gedenkbüste, oder ein Jahresabo beim Orion-Verlag zum halben Preis.

Gut angelegte Steuergelder

Wie auch immer, das Steuergeld ist gut angelegt. Die Stadt wäre ohne ihre Bediensteten wohl dem Untergang geweiht, viele Einkaufsstraßen würden längst brach liegen, die Verkehrsbetriebe und die öffentlichen Versorger müssten ansonsten stets die Gebühren erhöhen. Und das kann niemand wollen...

Weitere Artikel rund um Arbeit, Wien und Österreich :

( Bilder : Zunami)

18.11.2008

Finanzkrise : wer rettet den Steuerzahler vor den Politikern?

crisis Besitzen Sie zufällig eine Bank? Oder vielleicht einen großen Automobil-Konzern? Oder arbeiten Sie vielleicht in einem maroden (ehemaligen) Staatsbetrieb? Nein? Pech gehabt, dann dürfen Sie nicht davon ausgehen, für Politiker irgendwie rettungswürdig zu sein...

Bankräuber und das Geld anderer Leute

Es ist die ewige Frage wie man an das Geld anderer Leute kommt. Amateure rauben dafür zum Beispiel eine Bank aus. Echte Profis hingegen gründen eine Bank, was den Bankraub (= Raub des Geldes der Kunden) eine gewisse Legalität bringt. Da aber selbst Banker auch in den Knast wandern können, werden wirkliche Profis Politiker : hier kann man sicher ungestraft an das Geld anderer Leute kommen, und braucht sich auch nicht wirklich mit Verbraucherschutz Organisationen herum schlagen.

Arbeitsplätze retten, wenn es Stimmen bringt

Wenn ein paar Tausend Arbeitsplätze eines einzigen Unternehmens gefährdet sind, dann sind Politiker als Retter sofort zur Stelle : schließlich kann man hier medienwirksam mit dem Geld anderer Leute (der Steuerzahler) eine Menge Wählerstimmen retten. Wenn hingegen ein paar Hunderttausend Arbeitsplätze gefährdet sind, die sich auf etliche Tausend kleine Unternehmen verteilen, dann reagiert die Politik in der Regel mit Steuererhöhungen, verschärften Gesetzen und zusätzlicher Bürokratie.

Zahme, lahme Wirtschaftsverbände

Zur Ehrenrettung der Politiker muss man aber auch zugeben : Gewerkschaften und Lobbyisten großer Unternehmen haben das bessere Marketing. All die KMUs, kleine und mittelständische Unternehmen, haben zwar im deutschsprachigen Raum die teure Pflicht bei Handelskammern und Industrieverbänden Mitglied zu sein, aber jene beschränken sich darauf sich mit den Mitgliedsbeiträgen selbst zu genügen, oder gelegentlich bei faden lauen Kongressen ein paar Politiker mit Speis und Trank zu versorgen. Ein durchschnittlicher Politiker fürchtet sich heute vor der Gewalt und Kraft eines Wirtschaftsverbands ungefähr so sehr wie vor einem toten Regenwurm.

Lobby der Steuerzahler und die unabhängigen Medien

Keine nennenswerte Lobby hat der Steuerzahler (sieht man von den Steuerzahler-Verbänden ab, die fleißige, aber genauso ungehörte Arbeit leisten). Daher wird die große Mehrheit der Steuerzahler demnächst also weiter in der Zeitung lesen, dass mit ihrem Geld das Versagen von Bankern, Managern, Gewerkschaftern, Aufsichtsräten und Wirtschaftspolitikern erfolgreich ausgebügelt wurde und die Arbeitsplätze anderer Leute gerettet. Was für ein Glück, dass man im deutschsprachigen Raum soviel kritischen unabhängigen Journalismus in den Mainstream Medien findet, der daran gar nichts Anstößiges mehr findet...

Weitere Artikel rund um Wirtschaft, Finanzen und so weiter :

( Bilder : TheTruthAbout...)

25.10.2008

Die UBS, Ospel, Medienhetze und der Volkszorn

ubs Glaubte man bislang, die organisierte Dauer Hetze in den Medien auf z.B. Juden oder Manager wären ein deutsches Privileg, so erstaunt man zuletzt, mit welcher Hartnäckigkeit Schweizer Medien aller Art dafür fast täglich sorgen, dass der Volkszorn auf UBS und Ospel weiter glüht...

Ospel frisst kleine Kinder und wäscht sich nachher nicht die Hände?

Gut, die UBS hatte besonders 2007 ein sehr schlechtes Ergebnis eingefahren, und es wurden eine Reihe von Fehlern gemacht. Dabei war sie aber nicht die einzige Bank. Mag sein, dass die UBS als ehemaliger Zusammenschluss aus Schweizerischer Bankgesellschaft und Schweizerischem Bankverein ein ehemaliges eidgenössisches Nationalheiligtum war, aber heute arbeiten 2 Drittel der UBS Mitarbeiter weltweit NICHT in der Schweiz, und die drei größeren Aktionäre kommen aus den US, aus Großbritannien und Singapore. Von einer Schweizer Staatsbank die Steuergelder verschwendete, so wie deutschen Landesbanken zuletzt, kann also kaum die Rede sein.

Ospel kauft sich Hundefutter um 40 Franken?

Womit also eigentlich die UBS Verluste nur die Aktionäre etwas angingen, aber schon gar nicht die Politik oder Journalisten, die gar keine Anteile an der UBS besitzen, der Großteil der UBS Aktien befindet sich schließlich im Streubesitz. Und selbst da müsste man eigentlich darauf hinweisen, dass jeder sorgfältige Aktionär ordentliche Stop-Loss-Order setzt, sprich wer sorgfältiger Anleger ist, hatte UBS Anteile schon lange automatisch verkauft bevor die UBS wie ein Stein gefallen war.

Langfristige Großanleger wiederum, wenn sie seriös handeln, haben sich zudem sicher mit Put-Optionen abgesichert. Wer beide Instrumente nicht nutzt und jetzt über die UBS im Keller jammert, der sollte eigentlich von der Börse die Finger lassen, und vielleicht lieber in Sparbücher investieren. Oder in seinen Stammtisch.

Ospel soll seine Gehälter bis ins Jahr 1834 zurückzahlen?

Nichts desto trotz vergeht in den Schweizer Medien kaum ein Tag, an dem nicht auf die UBS oder auf den Manager Ospel eingedroschen wird, der gewiss nicht für das allerbeste Krisenmanagement in die Geschichte eingehen wird, und natürlich damit leben muss von jenen Leuten gerade am härtesten kritisiert zu werden, die noch nicht mal einen Sparverein geführt haben.

Ospel, CIA, Bush und Sarkozy unter einer Decke?

Wer hat wohl Interesse, dass der Volkszorn gegen ein Privatunternehmen und bestimmte Personen täglich am Köcheln gehalten wird? Auf der einen Seite werden hier wohl sicher alte politische Rechnungen auf dem Rücken der Bank und der Bevölkerung beglichen. Ein Teil des politischen Spektrums der Schweiz bekommt aus der Bankenwelt kaum bis keine Spenden (was aufgrund der Wirtschaftsideologie jener Parteien extrem nachvollziehbar ist), umgekehrt stand die UBS und manch deren Manager zu nahe an Parteien und Politiker der anderen Seite des politischen Spektrums. Nicht nur in der Schweiz begünstigt so eine Konstellation natürlich, dass nun hingabevoll mit Hilfe befreundeter Journalisten und Medien in die Sphäre des politischen Gegners hin geprügelt wird.

Hat Ospel die SBB, die IV und das Matterhorn an die Amis verkauft?

Trifft eine Krise mal das böse Kapital, dann lässt sich natürlich auch wunderbar der Neid instrumentalisieren, und besonders die Politik lässt sich so eine Gelegenheit nicht entgehen, auch um vom eigenen Versagen abzulenken. Und Schuldige zum ultimativ Bösen hoch zu stilisieren, das macht auch deutlich bessere Auflage als z.B. etwa ein weiterer Bericht über die Nicht-Arbeit der Volksvertreter. Wenn es um das Pushen von Anzeige Preisen geht, kann den Medien i.d.R. keine Leichenfledderei zu anrüchig sein.

Ospel kostet jeden Schweizer 800.000 Franken täglich?

So wird man vermutlich gerade im Schweizer Boulevard noch eine gute weitere Zeit lang lesen, welche privaten Verfehlungen sich Ospel und Konsorten noch so leisten, wie verrottet denn die bösen Banker seien, und dass alles was mit Finanzen zu tun hat sowieso das Grundübel unserer Welt sei. In Deutschland ist das normal, aber nun bekommt das auch in der Schweiz immer mehr Gehalt.

Und da auch Schlammbotschaften - wenn nur penetrant genug immer wieder wiederholt - auch einmal hängen bleiben, sind die Politiker und Medien mit ihrer derzeitigen Hetze viel effektiver in der nachhaltigen Schädigung der eidgenössischen Finanzwirtschaft als ein UBS Manager alleine das jemals könnte...

Weitere Artikel über Wirtschaft, Finanzen und Börse :

( Bilder : Allie Caulfield)

22.10.2008

Nackt-Scanner : Ausweg aus Finanzkrise und Wirtschaftskrise?

nackt-scanner flughafen sicherheit Die Schweizer waren mit dem Nackt-Scanner am Flughafen Zürich wie immer Pioniere. Nun will die EU (natürlich nur der Sicherheit wegen) europaweit mit Nackt-Scannern nachziehen. In Wahrheit steckt dahinter ein gigantisches Wirtschafts- & Sozialprogramm...

Nackt-Scanner : Röntgen war gestern

Nackt-Scanner sind eine tolle Sache. Das Sicherheitspersonal an Kontrollposten kann dadurch noch genauer in Personen und deren Gepäck Einsicht nehmen. Insbesondere Personen lassen sich dabei so toll durchleuchten, dass Röntgen-Mediziner und Ultraschall-Diagnostiker dabei feuchte Augen kriegen : im Krankenhaus müssen sie leider noch auf schlechteres Gerät zurückgreifen. Aber Hand auf das durchleuchtete Herz : Sicherheit ist nun mal wichtiger als Gesundheit.

Mit dem Nackt-Scanner gegen rechtsextreme Bedrohung

Sicherheit ist heute mehr denn je gefragt, gibt es doch dramatische Bedrohungspotentiale. Natürlich der Rechtsextremismus, dann der Rechtspopulismus, der internationale rechtsextreme Terrorismus, und rechtsextremistische Islamfeinde. Am gefährlichsten jedoch rechtsextreme Manager und Banker, die ihre Bezüge in rechtsextreme Steuerparadise ausschaffen wollen. Dank der Nackt-Scanner kann man nun jedem Reichen, der sich weigert seiner sozialen Verantwortung nachzukommen, bis in jede Körperöffnung blicken.

Der Nackt-Scanner als Beschäftigungsprogramm

Für die soziale Wirtschafts- & Finanzpolitik kann es nur gut sein, wenn ganz Europa flächendeckend (nicht nur an Flughäfen, sondern praktisch überall) mit Nackt-Scanner überzogen wird. Natürlich sind derartige staatliche Infrastruktur-Programme alleine schon geeignet, die Wirtschaft wie immer mächtig anzukurbeln. Vielmehr sind flächendeckende Nackt-Scanner jedoch auch ein gewaltiges Beschäftigungsprogramm - schließlich lassen sich für die Arbeit hinter dem Nackt-Scanner auch die erwerbsscheuesten Menschen gewinnen, die bislang gar keine Lust hatten, einer geregelten Arbeit nachzugehen, und lieber die soziale Hängematte bevorzugten.

Soziale Gerechtigkeit durch Nackt-Scanner

Man sollte wirklich aus der Geschichte lernen, z.B. aus jener der DDR. Jenes sozial gerechte Land, in dem die eine Hälfte der Bevölkerung quasi die Sicherheit der anderen überwachte, und nach der Übernahme der bankrotten BRD gewissermaßen einen Rückschlag erlitt, der in letzten Jahren mühsam wieder aufgearbeitet werden musste. Nackt-Scanner sind hier genau die technologische Hilfe für die Zukunft : eine gerechte Gesellschaft, in der die eine Hälfte der Bevölkerung hinter Nackt-Scannern darauf achtet, dass die andere Hälfte kein Geld außer Landes schafft...

Weitere Artikel aus der Welt der Nacktheit und Europa :

( Bilder : ILoveMyPiccolo)