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13.01.2009

Über Kindesmissbrauch, Erwachsenen-Missbrauch, Selbstmissbrauch | Lorielle London missbraucht

london London. Kindesmissbrauch ist an sich ein sehr ernstes Thema. Allerdings fällt es schwer, auch angemessen ernst und betroffen zu bleiben, wenn ein Boulevard-Blatt daraus anhand eines umstrittenen C-Prominenten eine Titelstory macht. Noch dazu wenn sich der oder die Promi (in diesem Fall strittig) im Dschungelcamp selbst missbraucht...

Lorielle London als Kind missbraucht

Wie die bild.de, Deutschlands Aushängeschild des seriösen Journalismus, unter Super-Transe Lorenzo - So wurde ich als Kind Missbraucht berichtet, hätte Lorielle London alias Dschungelcamp-Transe Lorenzo ein sehr schwere Kindheit hinter sich. Nicht nur mit sich selber, was jeder nachvollziehen könnte, sondern auch mit ihren (oder seinen?) Erzeugern. Bild.de versäumt nicht hier mit einer 25 Tonnen Ramme auf die Tränendrüse zu drücken.

Was man mit Kinderschändern machen wollte

Missbrauch an Kindern, sei es familiäre Gewalt, oder sexueller Missbrauch, ist ein sehr ernstes Thema. Und selbst die friedlichsten Menschen unter Gottes weiter Sonne geraten in Rage, wenn sie von so einem Fall hören, und möchten den Täter oder die Täterin am liebsten durch den Fleischwolf drehen. Langsam, und sehr schmerzvoll.

Formen der Kindesmisshandlung

Allerdings gibt es auch Varianten der Misshandlung von Kindern, die durchaus populär sind, und nicht mal strafbar. Mütter, die ihre Kinder bereits im Alter von 4 Jahren auf den Laufsteg als Model prügeln, Väter, die ihren Jungen mit 8 ins Fitness Studio und in Anabolika treiben. Sportkinder und Show-Kiddies, und das Fernsehen ist live dabei.

Lorielle London - ein Selbstmissbrauch

So gesehen mag Lorielle London das undankbarste Beispiel sein, um auf Kindesmissbrauch aufmerksam zu machen. Wer freiwillig ins Dschungelcamp geht, um dort mit Gewalt Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit zu erzielen - nun, da fällt es extrem schwer Mitgefühl zu empfinden.

Andererseits : vielleicht taugt Lorielle London dann doch als abschreckendes Beispiel? Möchte man nicht den Eltern als Erziehungsratgeber entgegen schleudern :

"Behandelt Eure Kinder gut, sonst wird daraus etwas, was wie Lorielle London ist!"...

Weitere Artikel über Erziehung, Gesundheit und Familie :

( Bilder : E01)

11.01.2009

Barack Obama pinkelt in einer öffentlichen Toilette | Medienkritik, Hype & Messias Verehrung

obamania Barack Obama, berühmtester Sohn der Korruption in Chicago, und erfolgreichste politische Kampagne aller Zeiten, hat auch hierzulande in den Medien längst Maddie, Knut, Flocke und Paris Hilton abgehängt. Kein Ereignis scheint zu gering, um nicht daraus eine Top Schlagzeile zu machen...

Historische Ereignisse in den Medien

So geschah jüngst ein historisches Ereignis, das wir vermutlich alle noch nicht so schnell begreifen können werden, das die Welt bewegen wird, und Kommentatoren werden noch lange versuchen, die unglaubliche Bedeutung zu analysieren.

Fast alle Zeitungen berichteten hierzulande darüber, doch einzig dem Portal bluewin.ch gelang es - am Tage der Sensation auf der Titelseite - die epochale Leistung von Barack Obama in einer einzigen Überschrift in voller Tragweite zu würdigen, indem es titelte : "Barack Obama isst ein Würstchen."

Obama pinkelt mit ganz normalen Leuten von nebenan

Barack Obama trank auch etwas dazu, und da der künftige beste US-Präsident aller Zeiten Gerüchte halber auch ein Mensch ist, meldete sich danach seine Blase. Unser Washington-Korrespondent begleitete ihn dabei natürlich in voller Länge, und befragte anschließend jene ganz normalen Menschen, die die unvergessliche Chance hatten, dem weltbewegenden Ereignis beizuwohnen.

Change, yes we scat!

"Fantastisch, wie Barack Obama pieseln kann. Und er steht dabei wie ein Mann. Ich habe mir immer einen Präsidenten gewünscht, der nicht nur Krisen umschiffen kann, sondern sie auch ausschiffen."
(John S., Stahlarbeiter)

Obama kam und traf

"Ich kann es noch gar nicht fassen, dass ich Barack Obama heute getroffen habe. Noch viel weniger kann ich es fassen, dass auch Barack Obama alles getroffen hat. Normal versauen die Männer ja alles fürchterlich..."
(Maria Rosita Fernanda G., Toilettenfrau)

Barack hat den Längeren

"Ich war mir sicher, dass er einen deutlich Längeren hat als George Michael, deshalb habe ich Obama auch gewählt. Allerdings war George damals in der Toilette ein wenig lockerer, wenn man... nun Sie wissen schon."
(Harry 'The Princess' K., Gay Pride Aktivist)

Zeit für das nächste Denkmal

Keine Frage, Barack Obama hat auch die einfachen Pinkler und Schiffer von nebenan begeistert. Und schon werden in Washington die ersten Stimmen laut, doch die Toilette zum Barack-Obama-Notdurft-Memorial zu erklären...

Weitere Artikel über Barack Obama & Hype in den Medien :

( Bilder : hlkljgk)

10.01.2009

Wie man österreichischer Staatsmeister der Magie wird | Manuel Horeth bei Next Uri Geller

mentalist Mentalisten haben zuerst die Löffel und dann das Fernsehen mit ihren Tricks erobert. Seit jeher fasziniert die Menschen, wenn jemand übernatürliche Begabungen erfolgreich vortäuschen kann. Dass es hierfür auch amtliche Staatsmeisterschaften gibt, ist sicher so manchem neu...

The Next Uri Geller - Mentalisten haben Quote mit Löffeln gefressen

Die TV-Show The Next Uri Geller geht in die nächste Runde, und viele haben schon darauf gewartet, um auf einen anderen Kanal weg zu zappen, insofern können Mentalisten durchaus beeinflussen. Es lässt sich nicht mehr vermeiden, dass diesmal Manuel Horeth die Fehlfarben Österreichs vertritt, der österreichische Staatsmeister der Magie.

Österreichische Staatsmeisterschaft der Magie

Wir von UNTERNEUNTUPFING Aktuell haben einen Korrespondenten zu den letzten österreichischen Staatsmeisterschaften der Magie und der Mentalisten entsandt, wovon er erfolgreich als singender Teppich zurück kehrte.

Bei den Staatsmeisterschaften der Mentalisten treffen sich die führenden Mentalisten, Telepathen, Psychopathen, Neurodyten, Geomanten, Esopathen, Teleganer und Psychorektiker, gemeinsam mit den führenden Pharma Vertretern der Kopfschmerzmittel herstellenden Industrie, um den Besten aus ihren Reihen zu ermitteln.

Gemeinsam versuchen alle Beteiligten, allein durch mentale Kraft, Hypnose, Osmose und Osteoporose die beklagenswerte Jury soweit an den Rand der Verzweiflung oder Tod durch Langeweile zu bringen, bis den Juroren der Kragen platzt, und sie Gnade halber einen Sieger bestimmen, damit die Veranstaltung ein Ende hat.

Spüren Sie, Herr Manuel Horeth, dass wir dies gerade schreiben?

Manuel Horeth, nach eigenen Angaben amtierender österreichischer Staatsmeister der Magie, behauptet von sich, nicht nur die Gedanken anderer Menschen lesen, sondern diese sogar verändern und verdrehen zu können. Müsste man so einen Menschen mit solch Fähigkeiten nicht als Gefahr weg sperren? Würde er es vorher ahnen und davon laufen? Mit der kompletten Kassa der letzten Veranstaltung?

Sinnvoller Einsatz für Mentalisten

Dabei gäbe es durchaus sinnvollen Einsatz für Mentalisten. Nehmen wir z.B. Innenpolitik. Vermutlich ist nur ein begabter Mentalist wirklich imstande, die dort gesponnenen verworrenen Gedanken einigermaßen zu entwirren? Könnte ein charakterlich gefestigter Mentalist hier nicht das Schlimmste aus dem täglichen Grauen durch Beeinflussung verhindern?

Weitere Artikel zu Fernsehen & prominenten Österreichern :

( Bilder : Rafael Amado Deras)

07.01.2009

Wer will Nacktfotos von Ammann, Schlierenzauer oder Martin Schmitt?

skispringer Fliegende Luftmatratzen werden sie oft auch genannt, jene extrem durchtrainierten, aber auch extrem dünnen Spitzenathleten, die als Skispringer die Schanzen der Welt erobern. Und obgleich dieser Sport eher als Flugshow der männlichen Magersucht gilt, ist die Nachfrage nach Nacktfotos der Athleten enorm...

Hannawald in der Badehose : für Anorexia Erotiker

So musste schon dereinst Sven Hannawald öffentlich im Interview bekennen, dass er keine Nacktfotos machen würde, und somit auch keinerlei diesbezüglichen Verlockung des Geld verfallen werde. Und das machte er zu einer Zeit, als Hannawald bereits dünner als sein Röntgenbild war.

Aktuelle deutschsprachige Skispringer eher prüde

Auch Simon Ammann gab eben erst im Chat von Blick.ch zu Protokoll, dass man auf Nacktfotos von ihm bis auf weiteres zu verzichten habe. Vermutlich hat der nette Simi auch bereits alles was er braucht (außer einen vernünftigen Aufsprung bei hohen Weiten), wird also schwer zu verlocken sein.

Wer Simon Ammann nackt sehen will, muss also auch weiterhin seine ganz persönliche Nähe suchen, sei es als Freund, medizinisches Personal oder Doping-Kontrolleur. Und ähnlich dürfte es auch bei Martin Schmitt, Thomas Morgenstern oder Gregor Schlierenzauer sein, deren Latten abertausende Teenager in Deutschland und Österreich gerne mal in voller Länge sehen würden.

Mutig bei Rekordweiten, feige bei Nacktfotos

Während als die Skispringer in deutschsprachigen Landen mutig genug sind, sich über 200 Meter weit Richtung Planica runter zu stürzen, aber nicht mutig genug, um sich im String Tanga ablichten zu lassen, sollten die Fans erotischer Darstellungen mit Skispringern ihren Blick nach Finnland schweifen lassen.

Finnische Skispringer zeigen wie es geht

Wer in Finnland als Nationalheld ernst genommen werden will, muss nicht nur ein feister Trinker vor dem Herrn sein, sondern auch in Sachen Sex und Skandale stattelfest sein. Einst Matti Nykänen hat nicht nur alle Schanzen bereits übersprungen, sondern auch bereits Nacktfotos produziert (wer googelt der findet). Und in Harri Olli erscheint ihm ein würdiger Nachfolger zu wachsen...

Weitere Artikel über den besonderen Reiz der Sportler :

( Bilder : spalti)

30.12.2008

Jörg-Haider-Gedenkstätte : wie Kärnten es wirklich allen recht machen will

mausoleum Der Politiker Jörg Haider will auch nach seinem Ableben nicht zur Ruhe kommen. Umso mehr politische Gruppierungen aller Richtungen und die Medien noch aus seinem Tod Kapital schlagen möchten. Das Land Kärnten steht vor der schwierigen Aufgabe, seinen Nachlass vernünftig zu regeln...

Das schwierige Andenken an Jörg Haider

Wie vor allem die internationalen Medien im Wortlaut berichteten, war der recht extreme rechtsextreme Rechtspopulist Jörg Haider bekanntlich bei Lambichl in einer Rechtskurve vom rechten Weg abgekommen, worauf er bei einem recht heftigen Verkehrsunfall tödlich verunglückte.

Kein Glücksfall auch für die Bewohner von Lambichl, pilgern doch seitdem eher national gesinnte Menschen an die Unfallstelle, um dort Jörg Haider zu gedenken, dazu eher links gesinnte Menschen, um die Gedenkpilger zu verprügeln und allfällige Gedenksteine zu verwüsten, und natürlich unpolitisch Gesinnte, die den beiden Erstgenannten beim Kampf zugucken, und natürlich sowieso gerne Mord, Totschlag und Unfallstellen besichtigen.

Unfallort Lambichl im täglichen Wahnsinn

Wodurch das vorher malerische Lambichl seither täglich in Verkehrschaos und Krawallen untergeht. Wie uns aus vertraulichen Quellen zugespielt wurde, möchte die Kärntner Landesregierung dem Einhalt gebieten, und dabei angeblich klotzen statt kleckern, damit nun wirklich alle zufrieden wären.

Anti-Jörg-Haider-Deeskalationszentrum für links Gesinnte

Im ersten Schritt soll angeblich weit außerhalb von Lambichl ein Anti-Jörg-Haider-Zentrum entstehen, für alle jene, die Jörg Haider und dessen mutmaßlichen Wählern nicht so gut gesinnt sind. Das Zentrum soll ausschließlich über Linkskurven und Linksabbieger erreichbar sein.

Im Zentrum selber sollen sich viele Einrichtungen zum konstruktiven Aggressionsabbau finden, etwa ein Hindernis-Parcourt zur Nazi-Jagd, Pflasterstein Zielwerfen auf verblüffend echte Haider-Figuren (oder Polizisten), und natürlich Boutiquen mit dem letzten Schrei aus dem Bereich der Vermummungsmode.

Jörg-Haider-Mausoleum für national Gesinnte

Auf der anderen Seite von Lambichl soll das Jörg-Haider-Mausoleum auf über 15000 m² entstehen, natürlich dann auch endlich mit der sicheren Aufbahrung der sterblichen Überreste. In über 20 Schaugruften kann Ehrenwache gehalten werden, und über 30 Verkaufsstände für Devolutionalien seien auch geplant, von DVDs, CDs, seiner getragenen Kleidung über historische Wahlkampf-Plakate. Und natürlich Teilen des Unfallwagens, sobald die Gerichtsmedizin ihn endlich freigegeben hatte.

Künstler im Umgang mit der Leiche

Von den Künstlern Stermann & Grissemann wird aus gut unterbelichteten Kreisen indes berichtet, dass die beiden angeblich die Gage eines ihrer Auftritte als Belohnung aussetzen wollen, um in den Besitz des Sarges von Jörg Haider zu gelangen. Es gibt Gerüchte, die beiden intellektuellen Komödianten wollen mit einer lustig und intelligent dargebrachten Leichenschändung noch einmal ein kabarettistisches und sozialkritisches Zeichen setzen, gegen die mediale Verheiligung des verstorbenen Politikers. Der ORF soll sich wie immer interessiert zeigen...

Weitere Artikel über Jörg Haider, dem Geschäft mit den Toten, den Medien und Österreich :

( Bilder : thisisbossi)

23.12.2008

Bush Schuhe werfen - wie Muntaser el Saidi wirklich gefoltert wurde

schuhe Der Journalist Muntaser el Saidi, absolute Zierde seines Berufsstandes, hat durch seinen Schuhwurf auf Präsident Bush Millionen Menschen glücklich gemacht, deren Gemüt man mit Vandalismus glücklich machen kann. Selber musste der arme Märtyrer nun wirklich Schreckliches in seiner Haft durchmachen...

Unechte Helden ohne Schuhe

In den letzten Tagen und Wochen wurden weltweit durch tapfere Unternehmer wieder tausende Arbeitsplätze geschaffen, Millionen fleißige Werktätige schufen Billiarden an Wertschöpfung, ehrenamtliche Helfer verrichteten großartige Arbeit, Ärzte & Helfer retteten Leben.

Wirkliche Helden werfen Schuhe

Alles lächerliche unbedeutende Kinkerlitzchen, wie ein Blick in Mainstream Medien und Blogger Szene zeigt, ist heute nur dann jemand ein wirklicher Held, wenn er einem unbeliebten Präsidenten Schimpfworte und Schuhwerk entgegen wirft. Und schon hatte die Generation "Krawall & Vandalismus" einen neuen Helden.

Ungerechte Behandlung echter Helden

Muntaser el Saidi musste auf den mittlerweile berühmten Schuhwurf natürlich die ganze Ungerechtigkeit einer Amtshandlung über sich ergehen lassen, wie alle großen Verwüster und Protestanten litt er darunter, dass Staat und Polizei seinen tapferen Kampf für Gerechtigkeit so nicht ganz unterstützen konnten.

Von der Schuh-Haft in die Schubhaft?

Allerdings sind die ersten Berichte darüber, wie er in der Haft misshandelt worden sei, wie immer lauter Hoaxes und bewusste Falschmeldungen (natürlich um den Heldenmut und das Opfertum des tapferen Aktivisten zu erhöhen, das gehört dazu).

Schuh-Star, bleib bei Deinem Leisten

Wir haben seriös wie immer recherchiert, und herausgefunden, wie Muntaser el Saidi wirklich gefoltert wurde :

  • Der tapfere Held der couragierten Zivilgesellschaft wurde barfuß inhaftiert. Unter dem fadenscheinigen Vorwand, die Wächter fürchteten sich davor, auch von ihm geschuht zu werden.
  • Dann wurde el Saidi gezwungen sind die Füße zu waschen. Ein Affront, schließlich ist das eine üble Beleidigung seines Glaubens.
  • Am Schluss bekam Muntaser el Saidi dann kein flauschiges Frottee-Handtuch, sondern nur ein normales Tuch zum Abtrocknen. Die Haftanstalt kannte also nicht mal westliche 4-Sterne Standards.
  • Bei seiner Vernehmung musste er aus dem Nebenraum amerikanische Country Musik mit anhören. Ein klarer Verstoß gegen die Genfer Menschenrechtskonvention.

Solidarität für Muntaser el Saidi

Die grausame Misshandlung von Muntaser el Saidi bewegt auch die Menschen in Deutschland. Antifa, Gewerkschaften und Bürgerrechtler haben bereits dazu aufgerufen, als Zeichen der Solidarität weltweit amerikanische Schuhgeschäfte zu verwüsten, sobald die Freiheitskämpfer sich aus Athen und Passau dazu frei machen können...

Weitere Artikel zu Schuhen und amerikanischen Präsidenten :

( Bilder : ginnerobot)

25.10.2008

Die UBS, Ospel, Medienhetze und der Volkszorn

ubs Glaubte man bislang, die organisierte Dauer Hetze in den Medien auf z.B. Juden oder Manager wären ein deutsches Privileg, so erstaunt man zuletzt, mit welcher Hartnäckigkeit Schweizer Medien aller Art dafür fast täglich sorgen, dass der Volkszorn auf UBS und Ospel weiter glüht...

Ospel frisst kleine Kinder und wäscht sich nachher nicht die Hände?

Gut, die UBS hatte besonders 2007 ein sehr schlechtes Ergebnis eingefahren, und es wurden eine Reihe von Fehlern gemacht. Dabei war sie aber nicht die einzige Bank. Mag sein, dass die UBS als ehemaliger Zusammenschluss aus Schweizerischer Bankgesellschaft und Schweizerischem Bankverein ein ehemaliges eidgenössisches Nationalheiligtum war, aber heute arbeiten 2 Drittel der UBS Mitarbeiter weltweit NICHT in der Schweiz, und die drei größeren Aktionäre kommen aus den US, aus Großbritannien und Singapore. Von einer Schweizer Staatsbank die Steuergelder verschwendete, so wie deutschen Landesbanken zuletzt, kann also kaum die Rede sein.

Ospel kauft sich Hundefutter um 40 Franken?

Womit also eigentlich die UBS Verluste nur die Aktionäre etwas angingen, aber schon gar nicht die Politik oder Journalisten, die gar keine Anteile an der UBS besitzen, der Großteil der UBS Aktien befindet sich schließlich im Streubesitz. Und selbst da müsste man eigentlich darauf hinweisen, dass jeder sorgfältige Aktionär ordentliche Stop-Loss-Order setzt, sprich wer sorgfältiger Anleger ist, hatte UBS Anteile schon lange automatisch verkauft bevor die UBS wie ein Stein gefallen war.

Langfristige Großanleger wiederum, wenn sie seriös handeln, haben sich zudem sicher mit Put-Optionen abgesichert. Wer beide Instrumente nicht nutzt und jetzt über die UBS im Keller jammert, der sollte eigentlich von der Börse die Finger lassen, und vielleicht lieber in Sparbücher investieren. Oder in seinen Stammtisch.

Ospel soll seine Gehälter bis ins Jahr 1834 zurückzahlen?

Nichts desto trotz vergeht in den Schweizer Medien kaum ein Tag, an dem nicht auf die UBS oder auf den Manager Ospel eingedroschen wird, der gewiss nicht für das allerbeste Krisenmanagement in die Geschichte eingehen wird, und natürlich damit leben muss von jenen Leuten gerade am härtesten kritisiert zu werden, die noch nicht mal einen Sparverein geführt haben.

Ospel, CIA, Bush und Sarkozy unter einer Decke?

Wer hat wohl Interesse, dass der Volkszorn gegen ein Privatunternehmen und bestimmte Personen täglich am Köcheln gehalten wird? Auf der einen Seite werden hier wohl sicher alte politische Rechnungen auf dem Rücken der Bank und der Bevölkerung beglichen. Ein Teil des politischen Spektrums der Schweiz bekommt aus der Bankenwelt kaum bis keine Spenden (was aufgrund der Wirtschaftsideologie jener Parteien extrem nachvollziehbar ist), umgekehrt stand die UBS und manch deren Manager zu nahe an Parteien und Politiker der anderen Seite des politischen Spektrums. Nicht nur in der Schweiz begünstigt so eine Konstellation natürlich, dass nun hingabevoll mit Hilfe befreundeter Journalisten und Medien in die Sphäre des politischen Gegners hin geprügelt wird.

Hat Ospel die SBB, die IV und das Matterhorn an die Amis verkauft?

Trifft eine Krise mal das böse Kapital, dann lässt sich natürlich auch wunderbar der Neid instrumentalisieren, und besonders die Politik lässt sich so eine Gelegenheit nicht entgehen, auch um vom eigenen Versagen abzulenken. Und Schuldige zum ultimativ Bösen hoch zu stilisieren, das macht auch deutlich bessere Auflage als z.B. etwa ein weiterer Bericht über die Nicht-Arbeit der Volksvertreter. Wenn es um das Pushen von Anzeige Preisen geht, kann den Medien i.d.R. keine Leichenfledderei zu anrüchig sein.

Ospel kostet jeden Schweizer 800.000 Franken täglich?

So wird man vermutlich gerade im Schweizer Boulevard noch eine gute weitere Zeit lang lesen, welche privaten Verfehlungen sich Ospel und Konsorten noch so leisten, wie verrottet denn die bösen Banker seien, und dass alles was mit Finanzen zu tun hat sowieso das Grundübel unserer Welt sei. In Deutschland ist das normal, aber nun bekommt das auch in der Schweiz immer mehr Gehalt.

Und da auch Schlammbotschaften - wenn nur penetrant genug immer wieder wiederholt - auch einmal hängen bleiben, sind die Politiker und Medien mit ihrer derzeitigen Hetze viel effektiver in der nachhaltigen Schädigung der eidgenössischen Finanzwirtschaft als ein UBS Manager alleine das jemals könnte...

Weitere Artikel über Wirtschaft, Finanzen und Börse :

( Bilder : Allie Caulfield)