Wie oft haben Sie eigentlich das Gefühl, dass Sie kompetent und praxiserfahren betreut werden, wenn Sie heutzutage freiwillig oder unfreiwillig Kunde sind? Oder haben Sie nicht selten den Verdacht dass beim Lieferanten, in der Politik oder an anderen wesentlichen Positionen Leute sitzen, die noch nie selber gemacht haben wovon sie reden?
Errungenschaften sozialer Marktwirtschaft
Die westliche überlegene soziale Marktwirtschaft kennt viele hervorragende Konzepte im Arbeitsrecht und in der Personalpolitik. Bezahlt wird zB gerne nach Dienstalter und Flächentarif (statt nach Leistung), ein straffer Kündigungsschutz stellt sicher dass unfähige Kollegenschweine nicht von cleveren leistungswilligen Arbeitssuchenden verdrängt werden. Und in die Politik lassen wir nur jene Elite die eigentlich für die Privatwirtschaft viel zu schade ist.
Diversity Management
Unter diesen Rahmenbedingungen kümmern sich wenige Unternehmen darum, ihr Personal auch vielfältig und vor allem zielgruppengerecht zusammenzustellen. Viele Werbekampagnen für Frauenprodukte werden immer noch von Männern gemacht, Awarenesskampagnen für die Jugend von alten Säcken (die sich zwanghaft jünger fühlen als sie sind), und da junge Leute mit geringerem Dienstalter vom Gesetzgeber billiger gemacht sind, betreuen diese dann entsprechend rotzfrech daneben die Zielgruppe 50plus. Diversity Management würde hingegen bedeuten sich das richtige Personal für die richtige Zielgruppe zusammen zu stellen, damit man praxis- und realitätsbezogen in der Sprache und in der Erlebniswelt der Kundschaft kommuniziert.
Doppelstrategie öffentliche Arbeitgeber
Im öffentlichen Dienst fährt man diesbezüglich eine Doppelstrategie. In wirklich wesentlichen Bereichen spielt der Staat beim Diversity Management eine Vorreiterrolle. Keine Kommune die etwas auf sich hält verzichtet heute auf einen türkischstämmigen Mitarbeiter der Verordnungen und Aussendungen, welche die eingeborene Bevölkerung auf deutsch nicht versteht, liebevoll ins Türkische übersetzt. Oder nehmen wir die vielen (Gender) GleichstellungsbeauftragtInnen in den Ämtern & Behörden: viele davon waren selbst schon mal wenigstens biologisch eine Frau und haben getrunken wie ein Mann.
Qualitätsvorteil Unbefangenheit
Gerade die öffentliche Hand schüttelt Amtsträger nur so aus der selbigen die im Lebenslauf eigentlich nur Mitgliedschaften haben, aber keine Errungenschaften. Oder gar Kompetenz. Unbedarft mag man jetzt schimpfen, aber dahinter steckt sicherlich System. Welch Schaden könnte erst jemand anrichten, der eine Ahnung von dem Fach hat dem er als Minister vorsteht? Österreich zB hat nach dem WK2 weltweit die längste Tradition wehrdienstuntauglicher Verteidigungsminister. Und wie oft hat Österreich seitdem schon andere Länder überfallen, wie oft wurde es seitdem (aus welchen Grund man das auch immer wollen sollte) überfallen? Eben.
Aber auch außerhalb des öffentlichen Dienstes
Es wird ja immer gefordert es habe das Primat (der parlamentarischen Primaten) der Politik über die Wirtschaft zu gelten, damit uns u.a. der menschenverknechtende Kapitalismus nicht noch vorher frisst bevor uns die Klimakatastrophe dann ohnehin grillt. Auch viele Privatfirmen, besonders große Konzerne, blicken daher empor zu den Vorbildern in der Politik. So darf heute oft nur mehr jemand Vorstand werden wenn er sein ganzen Leben lang noch nie an der Werkbank gestanden hat. Und in Gewerkschaftskreisen ist es sowieso seit jeher selbstverständlich dass dort niemand etwas werden darf der schon mal auf eigenes Geld & Risiko selber gegründet hat. Soviel fachliche Belastung würde die Bewegung im Arbeitskampf schwächen.
Fazit
Natürlich würde man sich als Kunde wünschen, dass das Gegenüber eine vage Ahnung hätte wovon es spricht. Allerdings Hand auf HartzIV, nur wenn Politiker, Manager, Gewerkschafter, Mitarbeiter ausreichend ahnungslos sind kann Neues und Innovation entstehen. Stets in eingefahrenen kompetenten Bahnen zu fahren kann nur Stillstand bedeuten und ist das Ende jeder Kreativität. Oder was denken Sie?
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23.04.2008
Brauchen wir mehr Diversity Management?
20.04.2008
Die Neiddrüse
Schilddrüsenprobleme sind in der Bevölkerung weit verbreitet und bekannt ("ein Kübel Tiramusi vor dem Fernseher macht nicht dick, das muss meine Schilddrüse sein"). Auch die Tränendrüse die uns erweicht kennen wir allzu gut. Weniger Wissen gibt es jedoch über die Neiddrüse, obgleich Beschwerden durch dieselbe heute mehr denn je die Wohlstandsgesellschaft prägen...
Anatomisches
Die Neiddrüse sitzt beim modernen Menschen im Kopf unterhalb der Lafontainelle neben den Verdinapsen. Bei Menschen die sich im Leben alles selbst erarbeiten mussten ist sie häufig verkümmert, während bei Menschen die aus ihrem Leben nicht wirklich etwas zu machen wissen (oder wollen) die Neiddrüse so stark anwachsen kann, dass sie das ganze restliche Hirn verdrängt. Neiddrüsenüberfunktion äußert sich für gewöhnlich in aggressivem Verhalten gegenüber vermeintlich im Leben günstiger Gestellten, also gegenüber jedem außer dem betroffenen Erkrankten.
Stimulation
Medien, Politiker und Gewerkschafter erhalten bereits bei der Grundausbildung (so sie jemals eine bekommen) eine perfekte Einschulung wie die Neiddrüse der Zielgruppe zu stimulieren ist. So funktionieren folgende Beispiele sehr verläßlich: der Hinweis auf Managergehälter, Unternehmer, Gewinner im Allgemeinen und Speziellen, Erfolgsmenschen, Reiche, Spekulanten und jeder der ein größeres Auto fährt als der Durchschnitt. Im Grund genommen reicht es als Grundprinzip aber die größere Mehrheit der Faulen neidig zu machen auf die Minderheit jener die bereit ist sich mehr anzustrengen.
Natürlich
Das Vorhandensein einer Neiddrüse ist natürlich und kommt auch bei anderen Mitgeschöpfen vor. Man spricht zB von Futterneid wenn die einen Artgenossen den anderen das Fressen neiden, es kommt im Rudel zu Verteilungskämpfen. Futterneid mag sich vermutlich als Metapher nicht so ganz auf den modernen Wohlstandsmenschen übertragen lassen, das Durchschnittsgewicht eines üblichen Warnstreiks ist idR deutlich höher als jenes bei einer Führungskräftesitzung in der Privatwirtschaft.
Reflex
Die Neiddrüse steuert auch Reflexe und emotionale Schwankungen, zB auch unter den Geschlechtsgenossen der Spezies Mensch. Bei den Herren zB reagiert die Neiddrüse ganz heftig, wenn beim Duschen in der Mannschaftskabine ein Größenvergleich arg zu ungunsten des eigenen Reproduktionsorgans ausfällt, oder der andere Bulle einen besseren Wagen fährt. Nichtsdestotrotz sind Männer verglichen mit Frauen vergleichsweise einfältig: Letztere haben schließlich die Stutenbissigkeit erfunden und deren Neiddrüse reagiert viel subtiler auf viel mehr Ungerechtigkeiten.
Und dennoch...
...heisst es nicht umsonst im Volksmund Neid sei immer noch die aufrichtigste Form der Anerkennung. Da bei Hyperneidikern die Neiddrüse den Platz des Gehirns eingenommen hat ist intensiver Neid in dieser Bevölkerungsgruppe ein ungefiltertes Zeichen von Relevanz. Sollte Ihnen also von bestimmten Leuten aufrichtiger Neidhass entgegen schlagen, haben Sie es vermutlich zu etwas gebracht im Leben.
Heilungschancen
Ähnlich wie bei Depression, Magersucht oder Mundgeruch erkennen die wenigsten von Neiddrüsenüberfunktion Betroffenen selbst ihre Erkrankung. Eine allfällige Heilung ist nur mit Mitwirkung des Patienten möglich, und die ist meist so wahrscheinlich wie jene der Betroffenen bei der Verlegung eines Friedhofs. Schocktherapien haben sich in der Vergangenheit als hilfreich erwiesen, wie zB längere Aufenthalte in wirklich armen Ländern, und damit sind ganz gewiß nicht Deutschland, Österreich oder die Schweiz gemeint, auch wenn uns Medien täglich mit mindestens einem Reißer zu Armut hierzulande belullen...
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23.01.2008
Nun auch Bordell-Standort Deutschland in Gefahr?
Nach Nokia will nun auch der ukrainische Nachtklubkönig Jewgenij Machslochov nicht nur aus Bochum eine Ständerortverlagerung durchführen. Die geplante Verlagerung außerehelicher Dienstleistungen weg von Deutschland versetzte die Politik in Aufruhr. Protestmaßnahmen und Problemvorschläge ließen nicht lange auf sich warten...
Auslöser
Man sagt der ukrainische Massageinstitutkönig Jewgenij Machslochov unterhalte in Deutschland viele dutzend Lokalitäten für geschlechtliche Dienstleistungen, damit verbunden viele hunderte Arbeitsplätze. Noch. Herr Machslochov ist ein korrekter Mann und hat wie es in der Branche Brauch sei alle seine Mitarbeiterinnen aus seinem Heimatland korrekt als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, Handelsvertreterinnen oder Künstlerinnen angemeldet. Doch mittlerweile hat Herr Machslochov die Nase voll von Deutschland: die hohen Lohnkosten sind das geringste Problem, es ist eine Mischung aus Kündigungsschutz für ältere Mitarbeiterinnen, hohe Korruptionsabgaben an lokale Behörden & Ämter, teure Gefälligkeiten an Betriebsräte, unrentable Arbeitsschutzbestimmungen, die gesetzlichen Hodenschlußzeiten, alles was die überlegene soziale Marktwirtschaft in Deutschland halt so ausmacht.
Erste Reaktionen
Die Nachricht von der drohenden Auflösung deutscher Bordelle und Übersiedelungen in Billigf*ckländer hat umgehend zahlreiche Reaktionen bei den Spitzen und Tälern der Politik hervorgerufen. Hier die wichtigsten Gerüchte und Fakten im Überblick:fuck fact finding mission unter Einbindung unabhängiger Expertinnen.
Fazit
Die Ähnlichkeiten zwischen der Lustbarkeitsbranche und der restlichen Wirtschaft scheinen in Deutschland frappant zu sein, vielleicht sogar frappierend. Mit beiden wollen die wichtigsten Politiker & Sozialfunktionäre aller Lager offiziell nichts zu tun haben, unterhalten aber wohl inoffiziell blendende Beziehungen. Bei beiden vergeht kein Tag ohne dass jemand öffentlich darauf hinweist wie unmoralisch diese Unternehmen doch seien. Und doch haben die letzten Jahrtausende gezeigt dass beide für ein Volk viel weniger entbehrlich sind als alle Politiker zusammen...
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Sex im Alter
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19.01.2008
Wirtschaftsabsiedelungspolitik
Der jüngste Fall Nokia hat es wieder gezeigt: wenn Unternehmungen aus den sich selbst so hochlobenden deutschsprachigen sozialen Marktwirtschaften absiedeln dann reagieren Politik, Gewerkschaften, Medien und Öffentlichkeit wie ein trotziger gekränkter verlotterter Liebespartner der verlassen wurde. Ohne jede Selbstkritik & Realitätssinn, dafür mit heftigsten Verwünschungen an den der geflüchtet ist...
Aufgetakelte alte Schachtel / verfetteter impotenter Liebhaber, verlassen
Diesmal hat Nokia sich entschieden sich von einem deutschen Standort zu trennen: was für ein Konzernflittchen das seinen soliden, tollen Partner einfach für einen anderen verläßt! Schon damals hat man das nun treulose Konzernflittchen mit Geld überschütten müssen damit es überhaupt gekommen war. Und nun wo das Geld alle ist haut es einfach ab. Wie üblich verzichten Politik, Gewerkschaften, Medien, Öffentlichkeit und die üblichen Verdächtigen auf jede Form der Selbstkritik und ergehen sich in üblen Beschimpfungen der treulosen Technologietomate und in angemessenem Selbstmitleid. Ein gutes Rezept um auch noch die anderen zu vertreiben die noch da sind.
Konsument, Partnerschaft, Wirtschaft
Man müsste ja nicht Wirtschaft studiert (oder noch viel schlimmer: schon mal mit eigenem Geld & Risiko selber gemacht) haben um ein paar einfache Mechanismen zu begreifen. Das Wirtschaftsleben ist in mancher Hinsicht nicht viel anders als das Leben als Konsument oder das Partnerschaftsleben. Ähnliche Beweggründe für ein Handeln oder Anlässe für Verhalten finden sich da wie dort.
Stellen Sie sich mal vor Sie wären ein Konzernherr, Unternehmer oder Spitzenmanager:
So gesehen natürlich völlig unverständlich dass Nokia Deutschland als Produktionsstandort verlassen will. Oder etwa nicht?
Fazit
Vielleicht aber sollte auch unser Revolverblatt umdenken. Statt täglich um jeden Leser zu kämpfen sollten wir wohl auch Redaktionsversammlungen und Schreibniederlegungen machen um dagegen zu protestieren wenn Leser mal woanders mehr Freude haben. Wenn die Leserzahlen schrumpfen sollten wir sofort die Politik zu Hilfe rufen, ja die öffentliche Hand sollte Leser bezahlen damit sie bei uns vorbeischauen (und bleiben). An der Qualität unserer Texte kann es ja niemals liegen...
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Dieser Artikel ist auch als Gastbeitrag bei unserem Kooperationspartner Rappelkopf.at erschienen. Rappelkopf versteht sich ausgerechnet als österreichisches Satiremagazin nach Tradition der Klassiker des Landes. Da Österreich internetmäßig beinahe ein 3.Welt-Land ist wird Herausgeber Mario Herger dazu viel Idealismus mitbringen müssen.
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Beschäftigungsgarantie für alle!
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Populäre Formen sein Geld zu verbrennen
(Bild: Aeioux / Flickr / CC BY-NC)
17.12.2007
Weihnachten steht kurz vor dem Aus
Auch wenn die Weihnachtsindustrie noch voll am Dampfen ist und die Geschenkewerbespots noch auf Dauerbeschallung laufen - nach einer Reihe von eigenartigen Vorfällen steht das Weihnachtsfest kurz vor dem endgültigen Aus. Exklusiv hier die wahren Hintergründe zur nahenden Weihnachtskatastrophe und alle Fakten die uns die Massenmedien bislang beharrlich verschweigen...
Armes Christkindl
Ein weites Feld politischer Agitation hat in Deutschland das Gerücht ausgelöst dass drei reiche Investoren aus dem islamfeindlichen und amerikafreundlichen Nahen Osten aufgebrochen wären um ein klerikalfaschistisches Kleinkind mit Goldzertifikaten, Weihrauch und Wencke Myhre zu beschenken. An allen Grenzen bildeten sich spontane Demonstrationen autonomer Gruppierungen die gegen das ausländische Großkapital und Heuschrecken demonstrierten (weil diese Geld haben) und Ausschreitungen mit gleichzeitig demonstrierenden Nationalisten die gegen dieselben Feinde demonstrierten (weil diese Ausländer sind). Die drei Investoren sollen darauf hin ihren Krempel wieder eingepackt haben und ein Holiday Weekend in Neuseeland gebucht haben.
Die geplanten Geschenke alleine schon lösten erheblichen innenpolitischen Wirbel aus. Gesundheitsexperten forderten ein sofortiges striktes Weihrauchverbot an allen öffentlichen und privaten Plätzen. Gleichzeitig veröffentlichte das völlig unabhängige Rosa-Liebknecht-Institut eine Studie dass Managerkinder mehr Geschenke bekämen als arme Kinder. Worauf sofort heftige Debatten entstanden und unter anderem gefordert wurde: a) staatliche Geschenkebeschränkungen für Managerkinder b) Mindestgeschenke für alle Kinder c) Veröffentlichung von Managerkindergeschenken und d) Mindestrentiere für Postmitarbeiter die Weihnachtsgeschenke zustellen. Da politische Entscheidungen aber stets Kompromisse sind ist fast davon auszugehen dass die soziale Weihnachtsgerechtigkeit damit hergestellt wird dass Weihnachten einfach abgeschafft werden wird.
Weihnachtsmann im Abseits
Apropopo Rentiere: mit dem Weihnachtsmann wird heuer auch nicht mehr zu rechnen sein. Der sitzt nämlich in einer deutschen Innenstadt fest weil er auf seinem Schlitten nicht die richtige Emissionsplakette aufgeklebt hatte und von einer Kontrolle sofort einkassiert wurde. Und selbst wenn er aus der vorläufigen Festnahme wieder rauskäme würde ihm das nichts nützen: die Rentiergewerkschaft ist inzwischen in Streik getreten und stellt die Forderung dass für Rentiere endlich auch der 24.12. ein gesetzlicher arbeitsfreier Feiertag sein müsse, und für das restliche Jahr möchte man Jobgarantien und 31% mehr Futter.
Entsatz gescheitert
Konservative Kreise waren natürlich (vermutlich durch den vatikanischen Geheimdienst und einer Weisung von ganz oben) bereits informiert dass mit den 3 Königen und dem Weihnachtsmann etwas schief gelaufen war. Und forderten aus dem umliegenden Ausland sofort Ersatz an. Allerdings ging wie man hört auch das in die Weihnachtssocken. Es halfen zB alle guten Verbindungen eines deutschen Exkanzlers nach Russland nichts: der zum Einspringen vorgesehene Russlands Väterchen Frost verglühte noch in der Sibirischen Klimaerwärmung bevor er ausreichend Klimazertifikate zu seinem Schutz einkaufen konnte. Die italienische Befana wiederum landete hingegen in österreichischer Asyl-Untersuchungshaft weil sie sich nicht amtlich ausweisen konnte. Dank Interventionen führender österreichischer Politiker und Boulevardmedien ist mit einem Asylentscheid bereits vor Ostern 2012 zu rechnen, bis dahin bleibt die Befana in Schubhaft.
Free Weihnachten
Eine weitere spannende wie bedrohliche Entwicklung geht von der Schweiz aus. Wie aus dem mutmasslichen Umfeld von Christoph Blocher zuletzt in Umlauf gebracht wurde soll Herr Blocher im internen Kreis gesagt haben: "Sie haben mir den Bundesrat weggenommen, nun nehme ich ihnen Weihnachten weg. Kindern muss man rechtszeitig Grenzen aufzeigen." Obgleich dafür noch keinerlei offizielle Bestätigung vorliegt wertet man das als erstes Zeichen der angekündigten Oppositionsarbeit, worauf sich die für ihre politisch äquidistante Solidarisierbarkeit berühmte schweizerische Bloggerszene spontan zur Kampagne Free Weihnachten entschlossen hat der sich binnen 24 Stunden bereits wie üblich über 50 eidgenössische Blogger angeschlossen haben. Es ist damit zu rechnen dass die internationale Solidarisierungswelle in den nächsten Tagen bis nach Myanmar überschwappt.
Scheinheiliger Abend
Wir können unseren Lesern daher nur dringend anraten wenn überhaupt das Weihnachtsfest sehr verhalten im engsten Kreis zu feiern. Halten Sie sich vor allem an die Weihrauchverbote, hier sind hohe Strafen zu erwarten. Wenn Sie deutscher Staatsbürger sind verzichten Sie unbedingt auf teure Geschenke, Sie könnten als Manager angesehen werden. Als Österreicher dürfen Sie unbedingt das Weihnachtsspecial im TV mit Arigona, Natascha und Befana nicht versäumen, es wird wohl 5 Wochen später noch dominierendes Thema in den lokalen Medien sein. Als Schweizer sollten Sie sich natürlich der Free-Weihnachten-Aktion anschließen um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. All unseren Lesern würden wir natürlich ein frohes Fest wünschen, lassen aber vorher noch von unserer Rechtsabteilung klären ob das unter den herandräuenden Umständen noch erlaubt ist.
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Weitere bedeutende Feste im Jahreszyklus:
Allerscheinheiligen
Halloween
Mutters Tag?
(Bild: Wikimedia Commons / GNU FDL)
27.11.2007
Zeit für Herz IV
Die kalte düstere Jahreszeit mit scheußlichem Wetter ist wieder ins Land gezogen und bald nahen die Weihnachtstage. Gerade diese Feiertage alleine oder in liebloser Partnerschaft zu verbringen deprimiert Alleinstehende oder Alleingelassene besonders. Wird es nicht höchste Zeit der sozialen Marktwirtschaft endlich eine staatliche soziale Partnerbewirtschaftung folgen zu lassen?
Staatliche Grundversorgung
Eine der großen Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft besteht ja darin dass sich der Staat mittels Arbeitspolitik um das Erwerbsleben der Menschen kümmert. Wer für sein Geld arbeiten will bekommt Jobs vermittelt, wer nicht will aber könnte bekommt trotzdem ein Einkommen. Am schnöden Mammon mangelt es also nicht (zumindest staatlich, obwohl viele trotzdem gerne noch mehr hätten), allerdings sind immer mehr Menschen einsam, es mangelt an Liebe, Zuwendung und auch geschlechtlicher Verquickung. Aber es gibt nicht mal ein Liebesministerium für die bedingungslose Grundversorgung mit Liebe, und gerade aus der Arbeitspolitik könnte man sich da soviel Bewährtes abgucken.
Verstaatlichung der Partnerdienste
Während am Arbeitsmarkt staatliche Agenturen für die perfekte Vermittlung von Arbeit (bzw. Arbeitslosengeld) sorgen ist die Vermittlung von Liebespartnern im deutschsprachigen Raum leider völlig privatisiert, ob das nun analoge Partneragenturen sind oder Singlebörsen im Internet, oder etwa private schwarzarbeitende Kuppler. Das kann ja nicht funktionieren. Ein entschlossener Schritt gegen die Einsamkeit kann nur darin bestehen all die Dating-Communities und Vermählungsinsitute zu verstaatlichen. In Deutschland sollte eine Bundesagentur für Liebe entstehen, in der Schweiz eine RAUF ("Rasche Annäherung Unter F*ckwilligen"), in Österreich ein Paarungsmarkt Service Austria (PMS). Für schwer Vermittelbare sollte es Fortbildungskurse geben, Sozialarbeiter sollten sich um die Wiedereingliederung jener kümmern die sexuell schon mal straffällig geworden sind, und natürlich braucht es auch dringend Integrationseinrichtungen für ausländische Einheiratungswillige.
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad
Aus der Wirtschaft wissen wir dass Gewerkschaften das konstruktive Rückgrat einer Gesellschaft sind während die privatwirtschaftlichen Unternehmen den destruktiven Nackenbrecher darstellen. Die Schlechterstellung von unselbständig Lieblosen gegenüber unselbständig Erwerbstätigen steht in direktem Zusammenhang mit der geringen gewerkschaftlichen Organisation der Ersteren. Es sollten also endlich auch Singlegewerkschaften gegründet werden die ihren Forderungen nach Liebe & Zweisamkeit notfalls auch mit Geschlechterkampfmaßnahmen Nachdruck verleihen. Im Wirtschaftsleben verhindern Gewerkschaften dass arbeitslose Erwerbswillige den arbeitsunwilligen Streikwilligen die Jobs wegschnappen. Ehegewerkschaften könnten sich hier eine Menge abschauen und dem ganzen Fremdgehen und dem Ausspannen von Partnern endlich ein Ende setzen.
Verstaatlichung der Versorgungsunternehmen
Manchen Menschen dürstet es nach Liebe & Zuneigung und menschlicher Wärme, andere wiederum wären schon mit gelegentlicher hormoneller Entlastung zufrieden. Wir brauchen somit ein staatliche Grundsicherung auch in sexuellen Dingen, speziell für ästhetisch oder charakterlich minderprivilegierte Menschen die ihre Grundbedürfnisse nicht aus eigenem (Un)vermögen erreichen können. Durchgehende flächendeckende Versorgung, das weiß man sicher in einer sozialen Marktwirtschaft, geht nur mit staatlichen öffentlich-rechtlichen Betrieben. Dazu ist es notwendig endlich alle Bordelle und Callboyagenturen (plus freischaffende Eheersatzdienstleistungstreiber) in ein einheitliches staatliches Besamungs- und Begattungsamt zu überführen. Auch für die Bediensteten entstünden dann endlich vernünftige Arbeitsbedingungen wie Kündigungsschutz bis ins hohe Alter, Betriebsratswahlen, Arbeitszeiten von Mo-Fr, ein angemessenes Zulagensystem, entsprechende Dienstnehmerschutzbestimmungen am Arbeitsplatz etc. In Stoßzeiten sind die Bürger angehalten rechtzeitig ein Antragsformular für hormonelle Versorgung in 3facher Ausfertigung einzureichen.
Partnerschaftliche Absicherung
Eine Gesellschaft die mehr Scheidungsanwälte als Eheanwälte hervorbringt braucht sich auch nicht wundern wenn die Menschen das Trennen viel leichter heraushaben als die Verbindung. Auch hier sollte der Gesetzgeber Anleihen ziehen aus den Erfolgsgeheimnissen der überlegenen sozialen Marktwirtschaft. Und für den Paarungsmarkt übernehmen. Kündigungsschutz schafft und erhält Arbeitsplätze, es muss daher auch einen entsprechenden gesetzlichen Trennungsschutz geben, am besten ohne Probezeit. Auch in der Partnerschaft sollte die 35-Stundenwoche gelten, länger sollten einander zwei Menschen nicht ertragen müssen. Gesetzliche Schlafzimmeröffnungszeiten sollten vor sexueller Ausbeutung schützen, die Frequenz geschlechtlicher Aktivität darf nicht länger dem freien Markt überlassen werden sondern müssen Gegenstand von Kollektivverhandlungen der Geschlechtstarifpartner sein, nur so kann verhindert werden dass Partner in der Beziehung vernachlässigt werden. Es versteht sich von selbst dass entsprechende Behörden (Paarämter) eingerichten werden müssen um die Umsetzung modernerer gesetzlicher Rahmenbedingungen zu überwachen und ggf zu sanktionieren. Menschen mit besonders ausschweifendem Sexualleben müssen ihrer sexuellen Verantwortung nachkommen und einen Sexualsolidarausgleich an sexuell Bedürftige leisten, das verlangt zuguterletzt die soziale Sexualgerechtigkeit.
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Weitere Artikel rund um Menschen und Paarungsmarkt:
Nicht nur Managergehälter sind ungerecht hoch...
Saltys - außen rund & innen bitter
Partnerwahl: die Suppe macht den wirklichen Unterschied
(Bild: lynnc / stock.xchng / Royalty free)
07.11.2007
Mediation mit Oxytocin
Gerade die trüben Herbsttage offenbaren ganz heftig den Zustand unserer modernen Gesellschaft: es ist ein einziger Egotripp, eine Ellbogengesellschaft, ein einzig Hacken, Hauen, Stechen. Den Menschen fehlt es heute an Respekt und Empathie. Gottseidank haben Forscher nun das Hormon entdeckt das die Welt zu viel mehr Großzügigkeit retten kann. Es sollte am besten ebenso großzügig ins Trinkwasser geschüttet werden...
Das Großzügigkeitshormon
Wie die Welt Online berichtete hätten US-Forscher nicht nur das Hormon Oxytocin identifiziert das für Grosszügigkeit sorgt, sondern sie hätten sogar herausgefunden dass Menschen um vieles großzügiger werden wenn man ihnen Oxytocin in entsprechenden Mengen verabreicht. Vermutlich ist dies einer der wichtigsten Erkenntnisse der heutigen Wissenschaft (nach den unsichtbaren Fröschen). Oxytocin sollte nicht nur ins Trinkwasser geschüttet werden, sondern vielmehr verpflichteter Zusatzstoff werden in jeder heute bekannten Nahrung (gerne anstelle von Geschmacksverstärkern, Stabilisatoren, Emulgatoren, Alligatoren und Homologatoren).
Einsatzgebiet Weltpolitik
Die große Weltpolitik wäre doch so viel friedvoller wenn Politiker und Herrscher nicht das Zeuchs nehmen würden das sie wohl derzeit so nehmen, sondern bis unter die Halskrause mit Oxytocin aufgepumpt wären. Man imaginiere einen entsprechenden Schriftwechsel zwischen dem Iran und dem Weißen Haus: "Hi George. Was ich zuletzt über Amerika gesagt habe waren bloß harmlose
arabische persische* Scherze. Ich liebe die USA. Anbei entsende ich Dir einen Tanker Pistazien und zwei Tanker mit Erdöl, verteil es nach Deinem Gusto unter die Armen. Dein Mahmud. P.S: Hugo ist ein ziemlicher Scheißkerl und hat Mundgeruch""Lieber Mahmud! Das mit der Achse des Bösen war bloß ein Übersetzungsfehler, ich meinte Askese des Besen, schließlich ist der Iran ein blitzsauberes Land. Anbei aus amerikanischer Wertarbeit ein paar atomare Sprengköpfe für Dich zum Rumspielen. Wenn Sie Dir gefallen behalt sie doch einfach. Dein George."
Man sollte auch bei den Großen dieser Welt für die richtige hormonelle Bilanz sorgen.
Einsatzgebiet Wirtschaft
Oxytocin könnte auch so manchen Arbeitsk(r)ampf ganz anders gestalten. Man stelle sich vor die derzeit bekanntesten Streithähne wären abgefüllt mit diesem Hormon: "Lieber Mehdorn! Die Sache mit den Streiks, das waren bloß ein paar Jungenstreiche. Schwapp drüber? Vielmehr fordern, nein bitten wir fortan dass unsere Lokführer mindestens das halbe Jahr ehrenamtlich für die Bahn fahren dürfen. Und dazwischen reinigen und pflegen wir die Züge in unserer Privatzeit. Ich helfe selbstverständlich persönlich mit. Herzlichst, Ihr Schell"
"Aber nicht doch, lieber Schell. Ich bin schon längst der Meinung dass Sie und die Menschen die Sie vertreten samt und sonders in unseren Aufsichtsrat gehören. Dienstfreigestellt, bei vollen Bezügen natürlich. Vorzüglichst, Ihr Mehdorn"
Ein Oxytocin-Umtrunk sollte unverzichtbarer Bestandteil jeder Tarifverhandlung sein.
Nebenwirkungen
Zuviel Grosszügigkeit kann natürlich auch gefährlich sein. Den Sport zum Beispiel wie wir ihn heute kennen könnte es komplett in Frage stellen. Man denke zB an einen Boxkampf: "Schlag Du zuerst. Ich kann das schon einstecken."
"Ich bitte Dich, nach Dir. Und gemäß Bibel nimm auch die andere Backe."
Bei Formel 1 Rennen wäre dann nicht mehr der Start am gefährlichsten, sondern die massiven Auffahrunfälle passierten auf der letzten Gerade vor dem Ziel: "Lieber Fernando, fahr doch bitte vor."
"Geschätzter Louis, eher würde ich in die Boxenmauer knallen. Vielleicht mag Kimi?"
"Hier Kimi. Würde ich mir nie erlauben. Ist noch ein Spyker im Rennen den wir vorlassen können?"
Zuviel Galanterie kann also vermutlich den Sport ein klein wenig zerstören. Vielleicht ein hormonelles Bonus/Malus-System?
Gross gezogen
Wir von UNTERNEUNTUPFING Aktuell haben das Glück in Unterneuntupfing sowieso ein wenig abseits des großen Egoismus zu leben. Wenn wir zB an unsere lieben Kommentatoren denken die uns stets so reichlich beschenken, oder auch an unsere Freunde die da wie dort viel mithelfen - entweder nehmen die Oxytocin bereits regelmäßig, oder es gibt doch auch noch Menschen die auch ohne Verabreichung charakterfördernder Substanzen nette Leute sein können...
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Weitere Artikel zu Mensch, Wissenschaft und den ganzen Rest:
Die Hormone sind schuld!
Saisonal abhängige Blödheit
Die wahren Problemzonen der Menschen
(Bild: channah / stock.xchng / Royalty free)



