10.12.2008

Mit Mike Shiva die Zukunft auf Schwyzerdütsch entdecken

Tarot Das Fernsehen hat uns so unverzichtbare Formate wie Tele-Shopping oder Call-In-Shows gebracht. Und natürlich auch Tele-Kartenlegen und Tele-Lebenshilfe. Schweizer die kein Deutsch können, sondern nur ihren eigenen wundervollen Dialekt, müssen Dank Mike Shiva nicht auf Letzters verzichten...

Mike Shiva - und die Welt wird besser

Dank Tele-Shopping können wir heute Tinkturen kaufen, die das Haar in den Spitzen kräftigen, Kinn abwärts epilieren, und gleichzeitig auch noch den Autolack gegen Taubenkot schützen. Über Call-In-Shows ist auch schon viel geschrieben worden. Die Krone der TV-Unterhaltung sind jedoch Shows, in denen per Horoskop, aufgelegten Karten oder sonstigem esoterischen schweren Gerät verzweifelten Menschen geholfen wird.

Wer anhand lebensnaher Alltagssituationen das schöne Schwyzerdütsch lernen will, sollte sich in diesem Zusammenhang unbedingt die Lebenshilfe-Show von Mike Shiva gönnen, über Satellit auch in deutschen und österreichischen Haushalten zu empfangen.

Lebenshilfe und Zukunft für ein kleines Sackgeld

Für nur 4,50 Franken in der Minute bietet Mike Shiva Hilfe zu allen Problemen dieser Welt. Das macht dann wohlfeile 270 Franken / Stunde, je nachdem wie lange Herr Shiva Sie in der Leitung halten kann. Klingt verglichen mit einem Therapeuten, der im Gegensatz zu Mike Shiva eine anerkannte Ausbildung vorweisen kann, vielleicht ein wenig happig, aber verglichen mit einem anständigen Abendessen in einem Schweizer Restaurant ist das geradezu ein Schnäppchen.

Esoterik nach Schweizer Art

Mike Shiva, mit bürgerlichem Namen Michel Wehner, ist eine durch und durch spirituelle Erscheinung. Den nom de guerre "Mike Shiva" hat er vermutlich angenommen, weil "Captain Future" schon vergeben war, und er für "Vrenzi Shui" dann doch zu männlich ist. Obgleich er optisch eindrucksvoll wie eine Mischung aus Spät-Hippie-Indianer und Rudolf Mooshammer daher kommt. Wenn so jemand dann noch fließend Schwyzerdütsch spricht, dann wirkt das genauso spirituell wie ein Scharzafrikaner, der akzentfrei niederbayrisch spricht.

Österreichische Sorgen sind teurer

Gewiss, die Branche der Tele-Seelsorger hat einen etwas belasteten Ruf. Und auch Mike Shiva stand bislang durchaus schon im Verdacht übermäßiger Geschäftstüchtigkeit. Obgleich seine Leistungen wie oben erwähnt natürlich fair eingepreist sind, und sich auch an Deutsche oder Österreicher richten, die des Schweizer Dialekts mächtig sind. Wobei er Österreicher aus seiner reichlichen Erfahrung anscheinend besonders schwere Fälle sind, verlangt Mike Shiva für Ösis gegenüber Germanen doch 1,63 Euro pro Minute mehr als Aufpreis...

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( Bilder : paloma.cl)

2 Lesermeinungen:

dan hat gesagt…

Der Shiva ist ein Vorreiter, zweifellos! Darauf haben TV Estotherikjunkies Jahrhunderte warten müssen. Endlich ein Messias aus der Schweiz.

Die Ecke wo er herkommt ist ein streng geheimes Genlabor. Da wird experimentiert mit Shivithen, einer Mischung aus Shit, Vollidiot, Sepp Blatter und dem Wetterfrosch.
Wie es scheint ist da einer abgedüst und wurde vom TV mit offenen Armen empfangen!

Oder ist das der personifizierte Niedergang der Abendkultur?

Rick hat gesagt…

Normal, guter Dan, stehen Leute aus dieser Branche früher oder später in der Zeitung, weil sie unartige Dinge mit Kindern oder Tieren anstellten. So gesehen sollte man dankbar sein wie es bislang läuft. Und 270 CHF die Stunde sind ja wirklich ein Sackgeld...