04.07.2007

Es ist ein Teebeutel gefallen...

Bild zum BeitragWie Erik Keller zuletzt in seiner Kolumne Ähhh? berichtete hat sich eine tragische Entscheidung begeben : Sir Winston Earl Grey wird fortan hierzulande nicht mehr im Beutel erhältlich sein. Tief betroffen haben wir unseren Teekorrespondenten ausgeschickt um schonungslos zu recherchieren welche Konsequenzen das haben wird...


Kulinarische Banausen mögen zynisch meinen hier sei ein Teesack in China umgefallen, aber dieser Vorfall ist ein Schlag in die Teetasse jedes Genießers heißer Aufgußgetränke. Bekennende Teetrinker gelten weithin als besonders kultivierte wie gleichsam sehr sensible Menschen. Die Entscheidung den Earl nicht mehr gebeutelt auszuliefern ist nicht nur eine gastrosophische Katastrophe, sondern auch ein tiefer psychologischer Einschnitt im Leben jedes feinsinnigen Teekenners.

Wir von UNTERNEUNTUPFING Aktuell haben sofort reagiert und unseren Teekorrespondenten Rajif Dar-Chilling ausgeschickt um das wahre Ausmaß der Katastrophe zu eruieren. Lesen Sie hier was Herr Dar-Chilling zu berichten weiß:

Bild zum Beitrag"Gerade die Kleinsten hat die Entscheidung furchtbar hart getroffen. Gerade im Kindesalter kann man am wenigsten verstehen warum knallharte kaufmännische Beschlüsse von irgendwelchen internationalen Teekonzernen gerade teeverwöhnte Kinderherzen so grausam brechen müssen. Auch unter jugendlichen Teetrinkern ist die Trauer groß. Sanitäter berichten dass die Hysterie und Panikaktionen unter den Kids nicht mehr so groß gewesen seien seit Take That sich getrennt haben..."

"Teetrinker sind sehr zartbesaiteetee Menschen, kultiviert aber gleichermaßen sehr sensibel. Es liegen zwar noch keine amtlichen Statistiken vor, aber gemäß den ersten Insiderinformationen die aus gut unterbelichteten Polizeikreisen zu erfahren waren haben rund ein dutzend feinfühliger Teemenschen gleich nach Bekanntwerden der unsäglichen Entscheidung Kurzschlusshandlungen gesetzt weil sie ohne Earl im Beutel keine angemessene würdevolle Perspektive mehr für ihr Leben sahen..."

"Teetrinker gelten grundsätzlich als besonnene friedliche Menschen mit gepflegteen Umgangsformen. Die ungeheuerliche Entscheidung den Earl nicht mehr im Beutel auszuliefern hat selbst bei den sanftesteen Teegenießern sämtliche Sicherungen durchbrennen lassen. So gab es verzweifelte Ausschreitungen vor dem Stammhaus der Fa.Teekanne, angeblich wurde die Vorstandsetage sogar von aufgebrachten Teemonstranten mit alten Teekannen und nassen gebrauchten Teebeuteln beworfen."


Wir von UNTERNEUNTUPFING Aktuell sind sehr betroffen von den tragischen Ereignissen die unser Teekorrespondent berichtet hat. Liebe Teetrinker, bitte bewahren Sie in diesem tragischen Augenblick Ruhe auch wenn es völlig verständlicherweise sehr schwer fällt. Wenden Sie sich bitte in Ihrer Not an den Präsidenten des Bundes Deutscher Earl-Grey-im-Beutel-Trinker, den ehrenwerten Zeremonienmeister Erik Keller. Dieser Bundesverband soll auch bereits Selbsthilfegruppen und eine Sorgenhotline eingerichtet haben. Gleichzeitig dürfen wir Ihnen mitteilen dass die Unterneuntupfinger GlenDingsbumsfreunde sich ganz spontan für morgen abend zu einem Solidarsaufen entschieden haben um ein starkes Zeichen des Mitgefühls mit Teetrinkern dieser Welt zu setzen.
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Die bedrückende Story die exklusiv als erste den Skandal aufgedeckt hat:
Leider nicht mehr erhältlich: Sir Winston Earl Grey im Beutel

(Bilder: Bullit / stock.xchng / Royalty free, jynmeyer / stock.xchng / Royalty free, jaymce / flickr / CC BY-NC-ND, Hugo* / flickr / CC BY)

3 Lesermeinungen:

Erik hat gesagt…

Tja, was soll ich sagen? Das ausgedrückte Mitgefühl hat mich zutiefst gerührt, auch meine Freundin musste eine Träne verschämt aus dem Augenwinkel wischen. Es ist bewegend zu wissen, dass da draussen Menschen sind die mit einem fühlen. Auch geht mein tief empfundener Dank an die unermüdliche Arbeit von Rajif Dar-Chilling.

OK, jetzt geht's nicht mehr. Ich habe schallend gelacht, ein wunderbarer Beitrag. Abgesehen davon, ein guter Freund von mir hat die bedrohliche Situation sofort richtig analysiert und mir ein paar Beutel aus seinen Notvorräten aus England angeboten; wohlwissend um die Gefahr, in der ich schwebe, wenn ich vor dem ersten Tee mit losen Teeblättern hantiere. ;-)

Wenn sich in der Selbsthilfe-Gruppe genügend Leute finden, könnte ich mich allerdings mit der Idee des Teebeutel-Werf-Protests durchaus anfreunden.

Bastian hat gesagt…

Nieder mit dem Teebeutel! Freiheit für die Teeblätter! Echte Teetrinker nehmen sowieso keinen Beutel. Das ist als wenn man vom Pfeife rauchen auf Fertig-Zigaretten umsteigt.
Es soll Leute geben, denen das umweltfreundliche Tee-Ei weitergeholfen hat.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tee-Ei
Der Osterhase persönlich soll es entworfen haben für seinen Tee trinkenden Freund aus "Alice im Wunderland". Munkelt man.

PS: Ne, ich rauch weder Pfeife noch Zigarette. Tee trinke ich eher selten und da meistens Pfefferminz, der ja auch weiterhin im Beutel zu bekommen ist. ;)

U9TA Redaktion hat gesagt…

Nachdem gestern abend die U9TA Redaktion sich spontan entschlossen hat sich geschlossen den Unterneuntupfinger GlenDingsbumsfreunden zu einer Spontankundgebung anzuschließen konnten die Kommentare nur mehr notdürftig freigeschalten werden vom Letzten der noch einigermaßen unfallfrei eine verschwommene 204-Tasten-Tastatur bedienen konnte und dann gingen einige Lichter aus. Bitte daher um Nachtschicht wenn erst heute morgen auf die pfiffigen Leserbriefe eingegangen werden kann...

@Erik:
Wiewohl der Technovelty-Ursprungsartikel stilistisch so verfasst war dass kein ernstzunehmendes Satiremagazin den Teekrug an sich vorüberziehen lassen könnte so hat er doch eindringlich in Erinnerung gerufen dass Essen & Trinken Teil unserer Kultur sind und entsprechend gewürdigt und gepflegt werden sollten. Aus kulinarischer Sicht verdient der Ausgangsartikel daher nicht nur einen Grey im Beutel, sondern auch das Prädikat Kulinarisch wertvoll... :)

@Bastian:
Danke für den sehr wertvollen Hinweis, es stimmt natürlich dass Zigarettenraucher ihren Tabak auch nicht im Beutel rauchen, schon gar nicht in einem genässten. So gesehen ist die bisherige Praxis wirklich mit gesundem Menschenverstand (so fern das Gerücht wahr ist dass es einen solchen gäbe) zu hinterfragen. In Bezug auf Eier bittet die Redaktion sich demnächst in diesem Theater von einer ganz neuen sensationellen Entwicklung überraschen zu lassen... ;)