19.05.2008

Großkinkerlitz will Dalai Lama nur ein bisschen empfangen

Dalai Lama Besuch Die deutsche Politik tut sich zur Zeit ein wenig schwer mit China. Und dem Dalai Lama. Wie will man den Spagat schaffen, zwischen aufrichtig geheuchelter Empörung über die Zustände in Tibet, und gleichzeitig aber nicht durch Einladung eines Vorzeigetibeters den Geschäftspartner China vergrätzen?

Großkinkerlitz geht eigene Wege

Während man in Deutschland in der groben Koalition noch uneins ist, wie man denn nun wirklich am Besten mit dem Lama vom Dalai verfahren solle, und wie man das den Chinesen beibringe, hat der Bürgermeister von Großkinkerlitz indessen deutlich klar gemacht, dass er den Tibetischen Glaubensfürsten nur ein bisschen empfangen werde. Er nähme dabei Anleihen an Bill Clinton, der auch Kräuter geraucht haben solle, aber nicht inhaliert, und Herr Clinton war immerhin Präsident der Vereinigten Staaten.

Wie der Dalai Lama es wohl sieht

Aus dem mutmaßlichen Umfeld des angeblichen Dalai Lama hört man, dass seine Heiligkeit noch nichts von Großkinkerlitz gehört habe. Aber man sei bereit, sich mit absolut jedem Fotografieren zu lassen der kein Chinese ist. Und man möge bitte immer ein paar Kinder mitbringen zum Streicheln.

Schutzzaun Barriere Absicherung Aussenminister

Kleinere Umbauten vor dem Auswärtigen Amt in Berlin, um Minister und Beamte wirksam vor dem Dalai Lama zu schützen (Bild: Creap / Flickr / CC-BY)

Wie im Kindergarten?

Obgleich die große Weltpolitik von physisch Erwachsenen gemacht wird, erinnert mancher Gebrauch doch ein wenig an das Kleinkindalter. Gab es damals nicht auch ein "Pfui, mit dem rede ich nicht!", oder ein "Nein, mit dem lasse ich mich nicht sehen, weil dann bin ich aus der Clique raus."?

Wie sehen Sie die Angelegenheit? Kasperletheater oder hohe Diplomatie?

 

Weitere Artikel zu Deutschland, China und den ganzen Rest:

China, Tibet, Olympia und die Moral
DDR reloading?
Deutschland - Zuchtstation für Diktatoren?

(Titelbild: Joi / Flickr / CC-BY)

15 Lesermeinungen:

Der Bierbeauftragte hat gesagt…

Ein tip vom Fachmann: Steckt dem schnuckeligen Dalai Lama einfach den Finger in den Arsch und benutzt ihn als Handpuppe. Dagegen können nicht einmal Chinesen etwas haben.

Rick hat gesagt…

Bitte schön sprechen, Herr Bierbeauftragter, das ist ein anständiges Revolverblatt hier ;)

Der Bierbeauftragte hat gesagt…

Darf ich Pöppes sagen?

Erdge Schoss hat gesagt…

Das Problem, werter Herr Rick, fängt ja schon viel früher an. Wie heißt's richtig: Kina, China, Schina? Bembelwirt Schenk wird Ihnen garantiert etwas anderes erzählen als Frankenfrettchen Beckstein. Da braucht es eine Konsenskonferenz. Oder noch besser: China nennt sich um.

Herzlich
Ihr Erdge Schoss

Rick hat gesagt…

Messerscharf erkannt, werter Herr Schoss. Aber ich bin mir sicher dass bald eine bundesweite 180köpfige Bundeslandesnahmenbenennungssprachfindungskommission berufen wird (samt ebenso starkem Unterausschuß), die binnen 5 Jahren einen 812 Seiten starken Bericht zur Frage verfassen wird.
Und China wird sich sicherlich wie immer nach Deutschland richten.

@Bierbeauftragter: ja bitte, das ist schön :)

Herschel hat gesagt…

hohe diplomatie ist kasperletheater ;-)

dan hat gesagt…

Solange die Politik nach des Geldes Pfeiffe tanzt, solange wird sich nichts ändern.
Egal in welchem Land! Der Lamdideldalai kann nichts anderes tun als Lama zu spielen.

bee hat gesagt…

Die Lösung wäre ein Ersatz-Dalai Lama. Der echte wird nicht eingeladen. Mit dem Dalai Lama Double könnte man für Menschenrechte demonstrieren.

Der Bierbeauftragte hat gesagt…

Oh doch, er ist ein begnadeter Fußballer!

Rick hat gesagt…

Das klingt, lieber Bee, nach einer neuen Folge DSDS: Deutschland sucht Dalais Superdouble.

Man will, Herschel, dann eigentlich nicht wirklich nachfragen was dann das Gegenstück niedere Diplomatie wohl sei...

Schon 1815, guter Dan, hieß es in Wien Der Kongreß tanzt, und da war noch gar nicht das Geld der Grund. Vermutlich sollte man das Tanzen verbieten?

Vielleicht kann man den Dalai, werter Bierbeauftragter, im Alpenland noch rechtzeitig einbürgern. Für die ÖFB-Equipe wäre er aktuell wohl eine echte Verstärkung...

Jena er hat gesagt…

Es ist wohl Hohe Kasperlediplomatie. Unsere Kasper versuchen mit dem tibetischen Kasper zu reden, ohne daß der böse Wolf das mitbekommt ... wenn das nicht hoch kompliziert und verzwickt diplomatisch ist.

Rick hat gesagt…

In der Untat, werter Jenaer, man glaubt vor lauter Kasperles manchmal den Waldi vor läuter geistigen Däumlingen nicht mehr zu sehen...

antoine hat gesagt…

Der Ghandi Bonus will nicht so recht zum Dalai Lama passen. Feudalismus ist mir genau so wenig sympathisch wie Kommunismus.
Weil der Süsse Richard Gere ein Buddhist ist, werden alle Damen die Knie weich, sobald sie einen halbnackten Mönch sehen.
Der Dalai ist mehr als lahm, so lahm wie der Islahm.
Auf zu Lamatrekking!!!

antoine hat gesagt…

@bee gibt es den Derviat Lama nicht in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett?

Rick hat gesagt…

Ach Antoine, Du alter Skeptiker bist doch sowieso gegen alles was mit Religion zu tun hat, ob das nun Sozialismus oder eine andere Glaubensrichtungen ist *schmunzel*. Gönn dem Volk doch ein wenig gehypte Verklärung, woran soll es in heutigen Zeiten sonst nicht glauben?