07.07.2008

Neue Qualen durch Neuwahlen in Österreich?

Österreich Flagge im Hundstrimmerl : eine politische Botschaft? Die NZZ.ch berichtete ausführlich, und auch ARD, ZDF und N24 wurden wieder einmal aufmerksam auf einen unbedeutenden Zwergstaat in den Alpen : Österreich verursacht erneut Wirbel. Diesmal durch das Aus der groben Koalition. Ab sofort wird auf geraume Zeit wieder getrennt und noch ungenierter gestritten...

Launen des Schicksals in Österreich

Das Schicksal hat leider einen seltsamen Sinn für Humor. Oder manchmal auch leider gar keinen. Wäre das Schicksal ein wenig subtiler, dann wäre manches besser anders gelaufen. Stellen Sie sich z.B. vor, Josef Fritzl in Amstetten hätte nicht seine Familie Jahrzehnte lang im Keller eingesperrt, sondern Österreichs führende politische "Elite", Regierung samt Opposition. Josef Fritzl wäre wohl heute der größte nationale Held des Landes, und das Land hätte eine fähigere politische Führung als dieser Tage (z.B. gar keine). Aber das Schicksal wollte es nicht so. Schade, werden manche meinen.

Bruch der Koalition & Neuwahlen in Österreich

Koalitionen zwischen den beiden größten Parteien des Landes, den Sozialdemokraten der SPÖ (die ungefähr so demokratisch sind wie die deutsche demokratische Republik) und der Volkspartei ÖVP (die ungefähr so Volks nah ist wie ein Jupiter Mond) unterlaufen seit Generationen traditionellen Regeln : schon bevor überhaupt noch die Tinte unter einem Vertrag zur Koalition trocken ist, verbringen beide Seiten alle Zeit damit alles daran zu setzen, den jeweils anderen möglichst schlecht aussehen zu lassen.

Die täglichen Streitereien werden dabei von üblem Posten Schacher und Ämter Multiplikation begleitet. Während der ganzen Zeit kassiert die Opposition ihre üppige Bezüge einzig für's Schimpfen, ohne dabei auch nur einen einzigen tauglicheren Einfall als die amtierende Regierung ans Licht der Welt zu bringen.

pallas athene vor dem Parlament

Wäre Pallas Athene nicht in Stein gefesselt, sie wäre wohl längst schon weit weg gelaufen, um nicht mit den Herrschaften im Haus hinter ihr in Verbindung gebracht zu werden. Oder sie hätte in einem Anfall sozialer Courage von ihrem Speer Gebrauch gemacht, und so manchen Mandatar abberufen...

Wahlkampf bei Neuwahlen in Österreich - ein opus magnum der Mieselsucht

Gegen das, was Österreich bereits bald wieder im Wahlkampf erwartet, war die Fan Zone der Euro 2008 wohl ein Treffpunkt der Intellektuellen und Philosophen. Die SPÖ wird wieder Dinge versprechen, die sich nicht mal Oskar Lafontaine in den Mund nehmen getraut. Die ÖVP wird zum 8ten mal hintereinander den Preis für den langweiligsten und untauglichsten Wahlkampf Europas gewinnen. Die Öko-Marxisten werden wieder überzeugend klar machen, wieviel man für den Umweltschutz tun kann, in dem man sie möglichst weit von der Macht ferne hält.

Und die FPÖ wird ebenso traditionell in Wien wieder einen Ausländer Wahlkampf führen, gegen den die Botschaften aufgebrachter Islamisten Parolen des Friedens sind, und Christoph Blocher ein Multikulti Fan. Das alles um ein Vermögen an Steuern, und vermutlich werden auch heuer wieder ein Dutzend Behinderten Einrichtungen schließen müssen, welche um das Geld, was der kommende Sinn befreite Wahl Krampf kosten wird, 10 Jahre weiter geführt hätten werden können.

Neuwahlen, neue Qualen in Österreich : nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf

Nachdem in Österreich die politischen Verhältnisse mittlerweile weltanschaulich und intellektuell ähnlich zerrüttet und verfahren sind wie z.B. in Hessen, mögen Neuwahlen egal wie sie ausgehen im Land kaum einen Unterschied machen. Gäbe es in Österreich ein Gesetz das vorschreibt, dass bei einer Wahlbeteiligung unter 50% die Politiker aller Parteien fristlos entlassen würden, Österreich hätte wohl am Wahl Abend etliche tausend (Langzeit-) Arbeitslose mit einem Schlag mehr.

Aber da diese Leute ja niemand in der freien Privatwirtschaft haben will, und sich der Sozialstaat um die Bedürftigen kümmert, wird das Volk aufgerufen die Karten neu zu mischen. Um die Pensionen zu sichern. Jener der Politiker natürlich...

Satirische Beiträge über Österreich, Österreicher und österreichische Sitten & Gebräuche :

Web Links:

(Bilder : eürodäna, miss karen)

7 Lesermeinungen:

Anonym hat gesagt…

Da die Wahlbeteiligung in Österreich stets knapp unter 75% bleibt und daher jeder 4. Wahlberechtigte statistisch lieber zu Österreichs größten Partei, nämlich der der Nichtwähler, gehört, wird sich auch bei der kommenden NR-Wahl nicht viel ändern. Der Bundespräsident wird wie immer als eingefleischter Sozi eine "Große Koalition" beschwören, die aus nichts anderem als einer überparteilichen Personal-Rochade besteht. Frei nach dem Motto: Wer will nochmal,- wer hat noch nicht?! Jene unbelehrbaren, die traditionell nur Großparteien wählen, dürfen dann über die Zusammensetzung der Regierungsmannschaft Wetten abschließen und sich hinterher lautstark über die nun neu gewonnene Monokultur in Österreichs Parteienlandschaft aufregen. Eines jedoch haben dabei alle Parteien gemeinsam: Sie rechnen fest mit einem gehörigen Maß an Volksverblödung, denn anders wäre deren Existenz wohl kaum mehr haltbar!

dan hat gesagt…

Hatte Ralf Dahrendorf doch recht, als er vor 25 Jahren das Ende der Sozialdemokratie prophezeite.
Mit fliegenden Fahnen gehen sie unter!
Die deutschen Becks, die englischen Browns, Frankreichs Royals, Italiens Prodis. In der Schweiz die Leuenbergers und nun noch die österreichischen Urgesteine.
Der König ist tot - es lebe der König! Fragt sich nur welcher?

Rick hat gesagt…

Erstaunlich, lieber Dan, dass gerade jener Stillstand (ursprünglich Bewegung) dzt mit dem Ableben ringt, welcher seit 150 Jahren stock und steif schwört der Kapitalismus liege im Sterben.
Aber egal, wie Du richtig sagtest : was kommt danach? Und wie tief kann der Fall noch werden? Und wieviele Volkswirtschaften werden dabei mitgerissen?

Herschel hat gesagt…

hehe... keine regierung ist besser als die aktuelle.

viel glück bei der wahl. unsere schaffen zwar auch nicht viel, aber das machen sie wenigstens (noch) gemeinsam.

Rick hat gesagt…

Ich glaube der einzige wirklich Unterschied zwischen beiden Ländern, lieber Herschel, ist, dass in Deutschland der christdemokratische Vorsitzende ein größeres Dekollete besitzt, und zur Not auch gewillt ist von dieser Waffe Gebrauch zu machen...

kopfchaos hat gesagt…

..... jedes land kriegt die regierung, das es verdient.....

..... und wozu sind denn regierungen da.....?
..... damit man ueber sie jammern kann..... *grin*

..... und den unterschied von einem telephon-hörer zu einem politiker der sollte doch hinlängst bekannt sein.....?
..... den telephon-hörer darf und kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat.....

Rick hat gesagt…

Und Telefonhörer sterben heutzutage schön langsam aus, weil jeder ein Handy hat. Bei Zweiteren wartet man darauf noch vergeblich...