Besitzen Sie zufällig eine Bank? Oder vielleicht einen großen Automobil-Konzern? Oder arbeiten Sie vielleicht in einem maroden (ehemaligen) Staatsbetrieb? Nein? Pech gehabt, dann dürfen Sie nicht davon ausgehen, für Politiker irgendwie rettungswürdig zu sein...
Bankräuber und das Geld anderer Leute
Es ist die ewige Frage wie man an das Geld anderer Leute kommt. Amateure rauben dafür zum Beispiel eine Bank aus. Echte Profis hingegen gründen eine Bank, was den Bankraub (= Raub des Geldes der Kunden) eine gewisse Legalität bringt. Da aber selbst Banker auch in den Knast wandern können, werden wirkliche Profis Politiker : hier kann man sicher ungestraft an das Geld anderer Leute kommen, und braucht sich auch nicht wirklich mit Verbraucherschutz Organisationen herum schlagen.
Arbeitsplätze retten, wenn es Stimmen bringt
Wenn ein paar Tausend Arbeitsplätze eines einzigen Unternehmens gefährdet sind, dann sind Politiker als Retter sofort zur Stelle : schließlich kann man hier medienwirksam mit dem Geld anderer Leute (der Steuerzahler) eine Menge Wählerstimmen retten. Wenn hingegen ein paar Hunderttausend Arbeitsplätze gefährdet sind, die sich auf etliche Tausend kleine Unternehmen verteilen, dann reagiert die Politik in der Regel mit Steuererhöhungen, verschärften Gesetzen und zusätzlicher Bürokratie.
Zahme, lahme Wirtschaftsverbände
Zur Ehrenrettung der Politiker muss man aber auch zugeben : Gewerkschaften und Lobbyisten großer Unternehmen haben das bessere Marketing. All die KMUs, kleine und mittelständische Unternehmen, haben zwar im deutschsprachigen Raum die teure Pflicht bei Handelskammern und Industrieverbänden Mitglied zu sein, aber jene beschränken sich darauf sich mit den Mitgliedsbeiträgen selbst zu genügen, oder gelegentlich bei faden lauen Kongressen ein paar Politiker mit Speis und Trank zu versorgen. Ein durchschnittlicher Politiker fürchtet sich heute vor der Gewalt und Kraft eines Wirtschaftsverbands ungefähr so sehr wie vor einem toten Regenwurm.
Lobby der Steuerzahler und die unabhängigen Medien
Keine nennenswerte Lobby hat der Steuerzahler (sieht man von den Steuerzahler-Verbänden ab, die fleißige, aber genauso ungehörte Arbeit leisten). Daher wird die große Mehrheit der Steuerzahler demnächst also weiter in der Zeitung lesen, dass mit ihrem Geld das Versagen von Bankern, Managern, Gewerkschaftern, Aufsichtsräten und Wirtschaftspolitikern erfolgreich ausgebügelt wurde und die Arbeitsplätze anderer Leute gerettet. Was für ein Glück, dass man im deutschsprachigen Raum soviel kritischen unabhängigen Journalismus in den Mainstream Medien findet, der daran gar nichts Anstößiges mehr findet...
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