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26.01.2009

Silvija Valéria Fröhlich und die Kunst, den Staat über Hartz IV & Co auszunehmen

kunstSelten aber doch unterbricht die deutsche Mainstream Presse ihre tägliche Haue auf die bösen Reichen, Unternehmer und Manager, um auch einmal wieder einen besonders spektakulären Fall von Sozialbetrug zu melden. Diesmal geht es um die Künstlerin Silvija Valéria Fröhlich und 100.000 Euro an Hartz IV Geldern...

Der Fall Silvija Valéria Fröhlich

Wie bild.de unter dem Titel Hartz-IV-Betrug! Schöne Promi-Malerin zockt über 100 000 Euro ab berichtete, soll sich die Promi-Künstlerin Silvija Valéria Fröhlich gemeinsam mit ihrem Gemahl über Jahre hinweg 100.000 Euro aus Hartz IV unrechtmäßig erschlichen haben.

Der Bild-Artikel schildert Frau Fröhlich als Frau mit durchaus aufwendigem Lebensstil, und berichtet von einer rechtskräftigen Verurteilung vor Gericht.

Selbstdarstellung des lebenden Kunstwerks Fröhlich

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags war nur die Website für Öffentlichkeitsarbeit von Silvija Valéria Fröhlich online. Wer mehr über die Künstlerin erfahren will, findet dort unter anderem folgende Selbstdarstellung :

"Diva, Coach, Künstlerin, Mutter von 4 Kindern. Erfolgreiche Global Playerin mit zahlreichen Kunden aus Wirtschaft, Politik, Adel. Öffentliche und private Ankäufe weltweit."

Nun, unsere Leserinnen und Leser werden uns sicherlich darin zustimmen, dass das deutsche Sozialhilfe-System genau eben geschaffen wurde, um globale Playerinnen mit Klientel in Wirtschaft, Politik und Adel nicht vor die Hunde gehen zu lassen.

Geschickte & ungeschickte Sozialbetrüger

Aus dem Staat Geld zu holen scheint zwar manchen recht leicht zu fallen, aber nicht alle stellen sich geschickt an. Besonders dreist und ungeschickt etwa zuletzt Herr Zumwinkel, der als Post-General zuerst im üblen Verdacht von Insidergeschäften stand, bzw. sich ein Mindestlohngesetz bestellt zu haben, um den direkten Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, und darauf anschließend sogar noch wegen Steuerhinterziehung erwischt wurde.

Nicht wenige Wirtschaftstreibende meinen, Herr Zumwinkel sei eine Schande für die Manager-Zunft. Nicht wegen Gier und Hintertriebenheit, sondern wegen dreistem Unvermögen dabei.

Frau Fröhlich und die Politiker

Global Playerin und Lebendes Gesamtkunstwert Silvija Valéria Fröhlich hätte, so denn die Berichte von bild.de der vollen Wahrheit entsprechen, wohl mit ihren Kunden aus der Politik besser auch ein paar kaufmännische Worte wechseln sollen.

Schließlich haben Politiker den Sozialbetrug am Staat am besten heraus. Sie lassen sich ihre Überbrückungsgelder aus Nichtarbeit nicht unter dem Titel Hartz IV ausbezahlen, sondern ganz legal als Gehälter und Diäten, ohne je in Gefahr laufen zu müssen, diese zurück zu zahlen. Und wenn mal etwas schief geht, winkt ein Posten in Brüssel oder bei einem staatsnahen Betrieb...

Weitere Artikel über Arbeit, Staat und Einkommen :

( Bilder : dierk schaefer)

18.11.2008

Finanzkrise : wer rettet den Steuerzahler vor den Politikern?

crisis Besitzen Sie zufällig eine Bank? Oder vielleicht einen großen Automobil-Konzern? Oder arbeiten Sie vielleicht in einem maroden (ehemaligen) Staatsbetrieb? Nein? Pech gehabt, dann dürfen Sie nicht davon ausgehen, für Politiker irgendwie rettungswürdig zu sein...

Bankräuber und das Geld anderer Leute

Es ist die ewige Frage wie man an das Geld anderer Leute kommt. Amateure rauben dafür zum Beispiel eine Bank aus. Echte Profis hingegen gründen eine Bank, was den Bankraub (= Raub des Geldes der Kunden) eine gewisse Legalität bringt. Da aber selbst Banker auch in den Knast wandern können, werden wirkliche Profis Politiker : hier kann man sicher ungestraft an das Geld anderer Leute kommen, und braucht sich auch nicht wirklich mit Verbraucherschutz Organisationen herum schlagen.

Arbeitsplätze retten, wenn es Stimmen bringt

Wenn ein paar Tausend Arbeitsplätze eines einzigen Unternehmens gefährdet sind, dann sind Politiker als Retter sofort zur Stelle : schließlich kann man hier medienwirksam mit dem Geld anderer Leute (der Steuerzahler) eine Menge Wählerstimmen retten. Wenn hingegen ein paar Hunderttausend Arbeitsplätze gefährdet sind, die sich auf etliche Tausend kleine Unternehmen verteilen, dann reagiert die Politik in der Regel mit Steuererhöhungen, verschärften Gesetzen und zusätzlicher Bürokratie.

Zahme, lahme Wirtschaftsverbände

Zur Ehrenrettung der Politiker muss man aber auch zugeben : Gewerkschaften und Lobbyisten großer Unternehmen haben das bessere Marketing. All die KMUs, kleine und mittelständische Unternehmen, haben zwar im deutschsprachigen Raum die teure Pflicht bei Handelskammern und Industrieverbänden Mitglied zu sein, aber jene beschränken sich darauf sich mit den Mitgliedsbeiträgen selbst zu genügen, oder gelegentlich bei faden lauen Kongressen ein paar Politiker mit Speis und Trank zu versorgen. Ein durchschnittlicher Politiker fürchtet sich heute vor der Gewalt und Kraft eines Wirtschaftsverbands ungefähr so sehr wie vor einem toten Regenwurm.

Lobby der Steuerzahler und die unabhängigen Medien

Keine nennenswerte Lobby hat der Steuerzahler (sieht man von den Steuerzahler-Verbänden ab, die fleißige, aber genauso ungehörte Arbeit leisten). Daher wird die große Mehrheit der Steuerzahler demnächst also weiter in der Zeitung lesen, dass mit ihrem Geld das Versagen von Bankern, Managern, Gewerkschaftern, Aufsichtsräten und Wirtschaftspolitikern erfolgreich ausgebügelt wurde und die Arbeitsplätze anderer Leute gerettet. Was für ein Glück, dass man im deutschsprachigen Raum soviel kritischen unabhängigen Journalismus in den Mainstream Medien findet, der daran gar nichts Anstößiges mehr findet...

Weitere Artikel rund um Wirtschaft, Finanzen und so weiter :

( Bilder : TheTruthAbout...)

25.10.2008

Die UBS, Ospel, Medienhetze und der Volkszorn

ubs Glaubte man bislang, die organisierte Dauer Hetze in den Medien auf z.B. Juden oder Manager wären ein deutsches Privileg, so erstaunt man zuletzt, mit welcher Hartnäckigkeit Schweizer Medien aller Art dafür fast täglich sorgen, dass der Volkszorn auf UBS und Ospel weiter glüht...

Ospel frisst kleine Kinder und wäscht sich nachher nicht die Hände?

Gut, die UBS hatte besonders 2007 ein sehr schlechtes Ergebnis eingefahren, und es wurden eine Reihe von Fehlern gemacht. Dabei war sie aber nicht die einzige Bank. Mag sein, dass die UBS als ehemaliger Zusammenschluss aus Schweizerischer Bankgesellschaft und Schweizerischem Bankverein ein ehemaliges eidgenössisches Nationalheiligtum war, aber heute arbeiten 2 Drittel der UBS Mitarbeiter weltweit NICHT in der Schweiz, und die drei größeren Aktionäre kommen aus den US, aus Großbritannien und Singapore. Von einer Schweizer Staatsbank die Steuergelder verschwendete, so wie deutschen Landesbanken zuletzt, kann also kaum die Rede sein.

Ospel kauft sich Hundefutter um 40 Franken?

Womit also eigentlich die UBS Verluste nur die Aktionäre etwas angingen, aber schon gar nicht die Politik oder Journalisten, die gar keine Anteile an der UBS besitzen, der Großteil der UBS Aktien befindet sich schließlich im Streubesitz. Und selbst da müsste man eigentlich darauf hinweisen, dass jeder sorgfältige Aktionär ordentliche Stop-Loss-Order setzt, sprich wer sorgfältiger Anleger ist, hatte UBS Anteile schon lange automatisch verkauft bevor die UBS wie ein Stein gefallen war.

Langfristige Großanleger wiederum, wenn sie seriös handeln, haben sich zudem sicher mit Put-Optionen abgesichert. Wer beide Instrumente nicht nutzt und jetzt über die UBS im Keller jammert, der sollte eigentlich von der Börse die Finger lassen, und vielleicht lieber in Sparbücher investieren. Oder in seinen Stammtisch.

Ospel soll seine Gehälter bis ins Jahr 1834 zurückzahlen?

Nichts desto trotz vergeht in den Schweizer Medien kaum ein Tag, an dem nicht auf die UBS oder auf den Manager Ospel eingedroschen wird, der gewiss nicht für das allerbeste Krisenmanagement in die Geschichte eingehen wird, und natürlich damit leben muss von jenen Leuten gerade am härtesten kritisiert zu werden, die noch nicht mal einen Sparverein geführt haben.

Ospel, CIA, Bush und Sarkozy unter einer Decke?

Wer hat wohl Interesse, dass der Volkszorn gegen ein Privatunternehmen und bestimmte Personen täglich am Köcheln gehalten wird? Auf der einen Seite werden hier wohl sicher alte politische Rechnungen auf dem Rücken der Bank und der Bevölkerung beglichen. Ein Teil des politischen Spektrums der Schweiz bekommt aus der Bankenwelt kaum bis keine Spenden (was aufgrund der Wirtschaftsideologie jener Parteien extrem nachvollziehbar ist), umgekehrt stand die UBS und manch deren Manager zu nahe an Parteien und Politiker der anderen Seite des politischen Spektrums. Nicht nur in der Schweiz begünstigt so eine Konstellation natürlich, dass nun hingabevoll mit Hilfe befreundeter Journalisten und Medien in die Sphäre des politischen Gegners hin geprügelt wird.

Hat Ospel die SBB, die IV und das Matterhorn an die Amis verkauft?

Trifft eine Krise mal das böse Kapital, dann lässt sich natürlich auch wunderbar der Neid instrumentalisieren, und besonders die Politik lässt sich so eine Gelegenheit nicht entgehen, auch um vom eigenen Versagen abzulenken. Und Schuldige zum ultimativ Bösen hoch zu stilisieren, das macht auch deutlich bessere Auflage als z.B. etwa ein weiterer Bericht über die Nicht-Arbeit der Volksvertreter. Wenn es um das Pushen von Anzeige Preisen geht, kann den Medien i.d.R. keine Leichenfledderei zu anrüchig sein.

Ospel kostet jeden Schweizer 800.000 Franken täglich?

So wird man vermutlich gerade im Schweizer Boulevard noch eine gute weitere Zeit lang lesen, welche privaten Verfehlungen sich Ospel und Konsorten noch so leisten, wie verrottet denn die bösen Banker seien, und dass alles was mit Finanzen zu tun hat sowieso das Grundübel unserer Welt sei. In Deutschland ist das normal, aber nun bekommt das auch in der Schweiz immer mehr Gehalt.

Und da auch Schlammbotschaften - wenn nur penetrant genug immer wieder wiederholt - auch einmal hängen bleiben, sind die Politiker und Medien mit ihrer derzeitigen Hetze viel effektiver in der nachhaltigen Schädigung der eidgenössischen Finanzwirtschaft als ein UBS Manager alleine das jemals könnte...

Weitere Artikel über Wirtschaft, Finanzen und Börse :

( Bilder : Allie Caulfield)

30.09.2008

Finanzkrise, Crash-Propheten, Medien und die Parade der Trugschlüsse

wallstreet Die Medien überschlugen sich mit Panik-Meldungen : schwarzer Montag, Kurse auf Talkurs, Kollaps, Weltuntergang und sowieso. Wann immer mal die Kurse an den Börsen etwas heftiger nach Süden gehen, geht auch der gesunde Menschenverstand mit ihnen...

Bankenkrise - Hochkonjunktur für Crash-Propheten

Gewiss, Banken und Finanzmärkte stecken in den USA und nicht nur dort im Augenblick in ein paar mittleren Kalamitäten. Leichtsinn, unsaubere Geschäfte, und Geschäftspraktiken, die von der Politik solange es noch gut ging willfährig gefördert wurden, haben irgendwann einmal ihren Preis. So eine Periode ist nicht nur eine Goldgrube für Investoren die an der Abwärtsbewegung eine goldene Nase verdienen, sondern auch für Crash-Propheten und selbsternannte Wirtschaftsexperten, die sich nun hinstellen und sagen, sie hätten es ja immer schon gewusst, und gleichzeitig ihre Bücher verkaufen können, mit haarsträubenden Alternativ-Konzepten mit denen man in Wahrheit die Welt wirklich richtig in eine Krise stürzen könnte.

Nicht nur eine Zeitung titelte eben erst, dass mit den Kursverlusten so und so viele Billionen Geld vernichtet wurde. Es sind die selben Zeitungen, die anschließend wenn die Kurse wieder auf die alten Werte zurück steigen dann nicht berichten, dass ebenso viele Billionen Geld wieder an den Börsen geschaffen wurden. Aber was soll man schon erwarten von einer Gesellschaft die glaubt ein Bäcker wäre um 20% reicher, wenn die Brötchen auf einmal um 20 Cents oder Rappen mehr kosten?

Finanzkrise - Ablenkung von den eigenen Problemen

Besonders europäische Politiker sind super dankbar für die Krise in den Vereinigten Staaten. Möge sie lange die Medien dominieren, lenkt sie doch (noch) so prima vom kläglichen eigenen Versagen ab, und da die Krise zuerst beim imperialistischen Klassenfeind auftauchte, kann man nachher immer noch sagen, dass eigentlich die Amis schuld seien. Wenn sich nun europäische Politiker aufplustern, dann ist das ein wenig so, wie wenn jemand der bis zum Hals in Exkremente steckt hämisch mit dem Finger auf jemanden zeigt, dem das Wasser bis zum Hals steht.

USA, Wahlkampf und die Finanzkrise

Etwas Würze bringt natürlich die akute Finanzkrise auch in den Präsidentschaftswahlkampf in den Staaten. Beide Kandidaten werden nun gezwungen sich sachlich zu etwas einzubringen, wovon beide herzlich wenig konkrete Ahnung haben : Wirtschaft. Barack Obama wird auf die Frage wie nun tatsächlich sein Change aussehen soll mit einem entschlossenen "Ähhh?! Aber die anderen waren schuld." antworten, John McCain hat ja immer schon zugegeben, dass Wirtschaft & Finanzen nicht sein Ding sind, aber in der Nicht-Kenntnis habe er große Erfahrung.

Die Bankenkrise und der Ölpreis

Nun berichten bereits erste Medien, aufgrund der Krise würde die Nachfrage nach Öl gedämpft, und somit auch der Ölpreis fallen. Was für ein Jammer : Benzin soll nun tatsächlich wieder für die Autofahrer billiger werden? Und Finanzminister müssen dramatische Verluste bei der Mineralölsteuer befürchten? Dem muss man natürlich, besonders mit Steuergeld, entschlossen entgegen steuern.

Europa und die Finanzkrise

Nachdem sich der Kongress in den Staaten noch ein wenig schwer damit tut, ein Rettungspaket zu verabschieden, erkannte der Blick.ch sofort mit einem Blick zuletzt : Nun muss Europa die USA retten! Das klingt nun nach einer echten Drohung, mögen Gott, Allah und das Schicksal die USA vor der EUdSSR schützen, dazu sind die Iren in den Staaten bei aller Jahrhunderte langer Immigration nicht stark genug. Gleichzeitig vergessen viele europäische Medien und Politiker in ihrer maßlosen Selbstüberschätzung und Schadenfreude über die Probleme des imperialistischen Klassenfeindes USA, dass immer noch gilt : wenn die Wallstreet einen Schnupfen hat, dann bekommt Europa bald eine heftige Influenza.

Wir von UNTERNEUNTUPFING Aktuell empfehlen Ihnen, die aktuelle Talfahrt mit ein paar schönen Put-Scheinen ausgiebig zu nützen, und ihren neuen Reichtum solange zu genießen, bis Europa von den Linksparteien gerettet wird, und Sie für die soziale Gerechtigkeit angemessen wieder enteignet werden.

Weitere Artikel rund um Wirtschaft und Finanzen :

( Bild : Willem van Bergen)

16.06.2008

Projektleiter = unter einem Projekt Leider?

Projekt, Projektleiter und Projektmanagement Will man in einem Betrieb ein Kollegenschwein von den fleißigeren Kollegen fernhalten, so wird dieses gerne mal in den Betriebsrat weggelobt, oder es bekommt (weil kündigungsgeschützt) eine eigene Einpersonenabteilung (im Nebentrakt). Wenn man einen Kollegen aber so richtig fertig machen will, ernennt man ihn oder sie konsequenter Weise gleich zum Projektleiter...

Woher stammt der Begriff Projekt ?

Der Begriff Projekt stammt nicht wie vielfach fälschlich angenommen aus dem Lateinischen, sondern aus dem Rheinischen: pro Jecken (=Karnivalsteilnehmer) bedeutet soviel wie eine Veranstaltung für lauter Narren mit lauter Narren. An die Spitze wird ein Obernarr gestellt, der sich dann zur Strafe Projektleiter nennen muss.

Wozu dient ein Projekt ?

Ein Projekt dient immer dazu etwas zu machen was störend das gewohnte Alltagsgeschäft einer Unternehmung unterbricht. Man versammelt dazu die besten Drückeberger aus allen möglichen Abteilungen, um deren Kollegen zumindest für die Dauer eines Projekts einigermaßen ungestörtes Arbeiten zu ermöglichen. Häufig kann sich der Projektleiter seine Projektmitarbeiter nicht aussuchen. Das ist ungefähr so wie wenn Sie z.B. Fußball-Weltmeister werden müssen, aber als Mannschaft nur Österreicher als Kicker bekommen.

Der Projektleiter und seine Rolle

Die primäre Aufgabe von einem Projektleiter ist es, für das Versagen seiner Projektmitarbeiter gegenüber der Projektaufsicht den Kopf hinzuhalten. Projektmitarbeiter fühlen sich in der Regel nur ihrem Vorgesetzten wenn überhaupt verpflichtet, ansonsten ist es ein beliebtes Spiel den Projektleiter möglichst schlecht aussehen zu lassen, oder in liebevoll aufgestellte Messer laufen zu lassen. Die übergeordnete Projektaufsicht wird grundsätzlich nur mit Vorständen oder sonstigen Überwachungsorganen besetzt die von keinerlei Sachkenntnis zum Projektthema irgendwie belastet sind.

Projektmitarbeiter bei der engagierten Unterstützung des Projektleiters Projektmitarbeiter bei der engagierten Unterstützung des Projektleiters

Der Arbeitsbereich des Projektleiters

Die meiste Zeit verbringt ein Projektleiter damit, auf Personen die irgendwie mit dem Projekt zu tun haben sollten (also auch seine Mitarbeiter) wie auf eine kranke Kuh einzureden. Will der Projektleiter professionell gelten, dann macht er dies mit ausgefeilten Präsentationen. Solche Projektleiter sind dann überwiegend Projektorleiter.

Der Projektleiter und der Erfolg

Man unterscheidet hier zweierlei Maß an Erfolg. Typ A erzielt als Projektleiter ein riesiges Honorar dafür, dass sich am Ende eines notleidenden Projekts herausstellt fundamental gescheitert zu sein, und man hat jemand anderen gefunden der dafür haftet. Typ B hingegen bringt das Projekt mit größtem Einsatz erfolgreich zu Ende, sein Honorar überweist er fast vollständig an Staat und kranke Kassen, und nach dem Herzinfarkt sinniert er im Hospital, was für ihn persönlich möglicherweise schief gelaufen sein könnte...

Weitere Artikel rund um Arbeit und Wirtschaft:

Weblinks

(Bilder: lusi, just clicked)

02.06.2008

Handwerk hat eine goldene bodenlose Frechheit

haushaltsnahe dienstleistungen handwerk seriös Handwerker zu haben ist manchmal wie eine chronische Krankheit : einmal einen Erreger eingefangen, tauchen stets neue widerliche Phänomene auf, und man wird ohne Besserung von einem Arzt zum nächsten weitergereicht, alles mit weiteren Kosten verbunden. Web 2.0 Dienste kümmern sich neuerdings um gute Empfehlungen...

Handwerker und Dienstleister im Internet bewerten und finden

Natürlich ist es unredlich, eine ganze Branche in einen Farbtopf zu werfen, aber nicht wenige schwarze Schafe haben dazu beigetragen, dass viele private Konsumenten schon Herzflimmern bekommen, wenn die Not nach einem vermeintlichen Fachmann ruft.

Wie die Internet World BUSINESS in der Printausgabe 8/08 berichtete, sei der Bedarf an wirklich seriös beleumundeten Handwerker so groß, dass es sich lohnt das Portal Kennstdueinen.de zu betreiben. Hier treffen sich Konsumenten und Dienstleister, Kunden bewerten die Dienstleister, und anhand dieser Bewertungen soll die Wahl geeigneter und rechtschaffener Handwerker deutlich erleichtert werden.

pfusch handwerker abrechnung pauschale

Sauber abgerechnete Tischlerei Arbeit, mit 3.528 € Stabilisierungspauschalzuschlag ein seltenes Schnäppchen. (Bild : library_mistress / flickr / cc-by)

Und natürlich die Variante für die Erwachsenenunterhaltung

Im Internet gibt es nach dem erfolgreichen Launch einer Plattform immer ziemlich bald ein Plagiat für den erotischen Bereich. Ob nun x-adsense als Antwort auf Google Adsense, oder etwa PornTube auf YouTube, es gibt genug Beispiele. Und es pfeifen bereits die Sprotten von den Dächern, dass KennstDuEine.de nicht lange auf sich warten lassen wird. Hier werden dann Lustbarkeitsdamen oder Callboys bewertet, naheliegender Weise natürlich anonym, und die am Besten bewerteten Liebesdienstleister & erotischen Handwerker dürfen sich dann ein Gütesiegel auf das Geschlechtsteil kleben.

Der stete Kreislauf in der Hausrenovierung und -instandhaltung

Internetportale hin oder her, sie werden vermutlich wenig am natürlichen Reparaturkreislauf des modernen Menschen ändern. Der beginnt i.d.R. bei einem Trip in den Baumarkt, folgt mit angemessener Verwüstung des Eigenheims mit den eingekauften Teilen, setzt fort mit der stufenweisen Beauftragung von gewerblichen einander verfeindeten Fachkräften die den bisherigen Schaden für teures Geld potenzieren. Am Schluss behebt dann ein befreundeter Rentner alle Schäden für einen Doppelliter Wein an einem einzigen Sonntag nachmittag.

Weitere Artikel rund um Arbeit, Internetdienste und den ganzen Rest:

Tag der Arbeitsverweigerung
Handjob - wo Handarbeit noch gefragt ist
Social Networks für Eliten

(Titelbild : m.kahjoo / flickr / cc-by)

14.05.2008

Managergehälter Debatte erreicht nun auch Politbüro der EUdSSR

EU Europa Bürokratie EUdSSR Es ist ein Brauch, Tradition oder eine alte Bulle, dass noch einmal so richtig auf Manager und deren Bezüge hingedroschen wird, bevor sich Politiker ihre eigenen Gehälter wieder einmal deutlich saftiger erhöhen, als jeder normale unselbständig Erwerbstätige jemals das Vergnügen hätte. Vermutlich steht bald bei den Brüsseler Eurokraten die nächste Bonusrunde an...

Diesmal das Politbüro in Brüssel

Wie unter anderem DERWESTEN berichtete, zetteln nun die Bezügekaiser in Brüssel die nächste Debatte um Managergehälter an. Und wollen in der Steuerwüste Europa wieder mal symbolisch am Steuerrad drehen, was tut man nicht alles dafür, dass sich die Faulen besser fühlen. Schließlich müssen auch Politiker kaufmännisch denken: es gibt nur ein paar tausend Spitzenverdiener die wählen, aber Abermillionen Versager mit wohlstimulierbaren Neidreflexen. Hand aufs Hartz IV, wenn Sie wiedergewählt werden wollen orientierten Sie sich ja auch an den Mehrheiten, oder etwa nicht?

Dabei gäbe es ja kaum was Besseres zu tun

Die Eurokraten in Europa haben ja Zeit, es gibt schließlich nichts Besseres zu tun. Europa ist bereits Klimaweltmacht, und ethisch & moralisch sowieso Weltmarktführer, besitzt weltweit das attraktivste Wirtschaftsumfeld.

EU Europa Brüssel Parlament
Sozialheim für die Versorgung gestrandeter Politiker & Funktionäre, Brüssel
(Bild: dh06 / stock.xchng / royalty free)

Zudem ersinnen die Brüsseler Spitzenpolitiker ehrenamtlich in ihrer Freizeit oft bemerkenswerte Errungenschaften, wie z.B.:

  • Millionenschwere Förderprogramme zum Verständnis anderer millionenschwerer Förderprogramme
  • Jährlich gibt es nur ein paar Tausend Unzufriedene, bei über 400 Millionen Einwohner, vermutlich ewige Nörgler
  • Die Bürokratiekosten von bloß 600 Milliarden Euro jährlich sind ein Schnäppchen für Bürger und Unternehmen, das könnte auch deutlich teurer sein, und zeigt wie effizient man in Brüssel wirtschaftet.

Fazit

So ist es nur gerecht wenn die Politiker in Straßburg und Brüssel wie bislang streng nach Leistung und Erfolg bezahlt werden, sorgsam wie sie stets umgehen mit dem Geld der Steuerzahler. Gut dass endlich Managergehälter europaweit angegangen werden, schließlich sind alle anderen Aufgaben, wo noch viel mehr Geld dahinter steckt, bereits bestens erledigt.

 

Weitere Artikel zu Europa, Managergehältern, Neiddebatten und dem ganzen Rest:

Wohin versickert eigentlich die EU-Microsoft-Strafe?
Bald Blondinenverbot im EU-Flugverkehr?
Der hilflose Umgang mit Steuerflüchtigen

(Titelbild: svilen001 / stock.xchng / royalty free)

08.03.2008

Deaktivierungsgebühren & sonstige kreative Abzockereien

Vor geraumer Zeit wollte wieder einmal ein für sein kreatives Verrechnungsgebahren bekannter Mobilfunkbetreiber ein neues Verdienstfeld eröffnen: treulose Kunden die zur Konkurrenz wechseln sollten eine Deaktivierungsgebühr zahlen. Im Grunde genommen alte Säure in neuen Schläuchen, das Konzept existiert nämlich andernorts schon lange...

Mobilfunker
Wie Die Presse jüngst berichtete hätte diesmal der Mobilfunkbetreiber A1 sich vorgenommen fortan Deaktivierungsgebühren zu erheben, natürlich begründet mit dem üblichen Marketingsprech. Scheiden ist teuer, das wissen alle Exverheirateten die einmal einen jahrelangen Rosenkrieg mit teuren Anwälten durchgefochten haben (auch eine Form der Deaktivierungsgebühr). Dem Mobilfunkbetreiber ging es wohl eher darum Kunden am Abgang zu hindern, und wenn der treulose Kunde schon flüchtet dann soll er noch mal so richtig abdrücken. Gewiß, Mobilfunkbetreiber sind wahnsinnig kreativ bei der Erfindung von Kosten für den Handyphonierer, aber es wäre ungerecht die geistige Geburt der Deaktivierungsgebühr alleine den Telefonieprovidern anzulasten.

Staaten
Viele Staaten kassieren nämlich schon seit Ewigkeiten Deaktivierungsgebühren von ihren Bürgern. Sie machen das allerdings unter dem bekannteren Titel Erbschaftssteuer. Wenn also ein Erblasser amtlich deaktiviert wird (und zu einem himmlischen nation provider wechselt wo es weniger Steuern gibt) dann langt der Rabenvater Staat nochmals kräftig zu und versteuert von dem was der Erblasser übrig lässt und in seinem Leben ohnehin schon vielfach versteuert hat noch einmal für seine Erben. Allerdings wäre es unredlich diese Erfindung alleine Fiskalpolitikern anzulasten, dergleichen Deaktivierungsgebühren bei Ableben gibt es nämlich schon länger als die heutigen staatlichen Verwaltungskonstrukte.

Kirchen
Bei der katholischen Kirche war es zB schon jahrhundertelang Brauch eine Deaktivierungsgebühr von den Gläubigen zu erheben, allerdings unter dem gebräuchlicheren Namen Ablass. Die Deaktivierungsgebühr konnte in Form von Geld geleistet werden, aber natürlich auch in Form von sonstigen materiellen Besitztümern, wie zB Immobilien. Die katholische Kirche akzeptierte hier stets großzügig eine Vielzahl von Zahlungsmitteln, einzig Paypal ward nicht genommen, vielleicht weil es damals noch nicht erfunden war. Andere Glaubensrichtungen hingegen gewähren sogar Deaktivierungsprämien, denken Sie zB an die radikalen Islamisten und ihre dingsundsiebzig Jungfrauen nach einer terroristischen Gefälligkeit des Gläubigen für die wahre Lehre.

Täglicher Alltag
Kriminalität und Gewalt ist ja meistens eine eher niveaulose und würdelose Angelegenheit. Die Welt wäre ein Stück kultivierter wenn zB ein Raubmörder seinem Opfer in spe in gewälten Worten klar machen könnte dass er lediglich eine Deaktivierungsgebühr inkasso nehmen würde, und wenn er versprechen würde das Opfer könne ja wenn er mit der Raubmordleistung nicht zufrieden wäre später vom Vertrag zurücktreten, kostenfrei, und bekäme das ganze Geld zurück. Gewalttaten würden viel streßfreier ablaufen, für alle Beteiligten. Deaktivierungsgebühren sind somit eine wichtige Erfindung der Menschheit, auch wenn Kunden auf den ersten Blick den Sinn nicht immer begreifen wollen.
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Weitere Artikel rund um Gebühren, Tricks und so weiter:
Staatliche Wegelagerei
Alternativen zum Shareholder Value
Populäre Formen sein Geld zu verbrennen

(Bild: CathyK / stock.xchng / Royalty free)

22.01.2008

Börsenpanik für Fortgeschrittene

Börse Panik Wallstreet DAX SMI ATX"Schwarzer Börsenmontag" oder "nackte Panik" war in eifrigen Überschriften gestern nachmittag im Teletext zu lesen: die Börsen befanden sich weltweit sturzflutartig auf dem Weg nach Süden. Dabei verloren die einen dramatisch, andere verdienten sich eine goldene Nase. Die wirklich wahren Gründe für die Kursstürze erfahren Sie natürlich exklusiv hier bei UNTERNEUNTUPFING Aktuell...

Kursverluste
Die internationalen Finanzmärkte starteten am Montag mit reschen Verlusten in die Börsenwoche. Resch genug um medial massives Aufsehen zu erregen. All jene die auf fallende Kurse mit den richtigen Optionsscheinen, Zertifikaten oder Hebelprodukten spekulierten waren des abends vermutlich Alkoleichen im feierlichen Überschwang, all jene die eher konservativ veranlagen verbrachten den Tag wohl weniger feierlich. Hochkonjunktur haben jetzt natürlich die Medien die dem Bürger mit allerlei Erklärungsmodellen darstellen wollen warum es so kam und warum demnächst die Wirtschaftswelt untergehen wird. Die wahren Gründe jedoch für die Kursverluste waren ganz andere...

Die wahren Gründe
Wir sprachen mit den stets gut desinformierten Analysten der Unterneuntupfinger Kreissparkasse die bei zwei Schalterkunden pro Tag auch ausreichend Zeit für ein Interview hatten. Sie nannten uns sorgfältig analysiert folgende wirkliche Gründe für die Kursverluste:

  • USA: in gut unterbelichteten Kreisen hält sich das Faktum dass George W. Bush mit einem Militärputsch an der Macht bleiben wolle für den Fall dass Obama die Wahlen nicht gewinnen sollte. Viele amerikanische Unternehmen wollen daher nach Bochum abwandern, der Dow Jones entsprechend unter Druck.
  • Deutschland: zuerst Lisa Bund im Krankenhaus, dann hatte Flocke das Eisbärmädchen einen leichten Schluckauf und nun wollen führende Politiker nur mehr Handymarken verwenden die in Deutschland produzieren - das kann der Wirtschaftstandort nicht verkraften. Die Frankfurter Börsianer in Panik, der DAX 7% im Minus.
  • Schweiz: in der Schweiz fährt die Cervelatkrise nun richtig rein (wir hatten ja bald genug gewarnt), der SMI 5% im Minus und das war erst der Anfang.
  • Österreich: in der wichtigsten Leitmetropole Graz fanden Gemeinderatswahlen statt bei denen Österreichs führende Wirtschaftskompetenzparteien, die Kommunistische Partei Österreichs und die Sozialdemokratische Partei Österreichs, herbe Verluste einfuhren. Österreichs Wirtschaft fürchtet nun zurecht neuseeländische Verhältnisse, der ansonsten stets beschauliche ATX mit über 4% im Minus.
  • China: es ist ein Sack Reis umgefallen in China. Dummerweise genau jener mit dem die IOC Spitzenfunktionäre bei der Olympiade bewirtet werden sollten. Um Ersatz aufzutreiben muss zuerst die Generalversammlung der KP Chinas zusammentreten. Dies könnte zeitlich verdammt knapp werden, Shanghai kräftig im Minus.

Fazit
Wir empfehlen allen die kein tieferes Wissen über die Finanzmärkte besitzen sich mal das 30-Jahres-Chart eines der großen Aktienindizes anzugucken. Was heute ein großer Ausschlag sind sanfte Dünen über einen langen Zeitraum betrachtet. Kein Grund also die Panik zu verlieren. Wer spekulativ veranlagt ist mag sich vermutlich derzeit bis unter die Kellerdecke mit Puts eindecken (und dabei gute Stopp-Marken setzen, technische Intradaykorrekturen können eine ekelhafte Sache sein). Wer keine Ahnung hat sollte sich am besten aktuell ein goldenes Hinterteil als Crashprophet verdienen, denn wenn eine Herde panisch in eine Richtung trampelt ist der Besonnene stets der erste der ignoriert und in den Boden gestampft wird...

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Weitere Artikel rund um Mensch und Wirtschaft:
Alternativen zum Shareholder Value
Populäre Formen sein Geld zu verbrennen
Warum Sie in der Arbeit von 100% Schurken umzingelt sind

(Bild: Image*after / Imageafter terms)

24.11.2007

Denk-nix-Tag

Bild zum Beitrag Es wird wieder einmal der Internationale Kauf-Nix-Tag begangen, initiiert von Gruppierungen die nicht wirklich von Wirtschaftskenntnissen aber dafür von viel Missionierungseifer beseelt sind. Warum Konsumverzicht häufig radikaler Blödsinn ist, was stattdessen viel sinnvoller wäre und welche weiteren Formen der Enthaltsamkeit gerne mal die Falschen treffen...

Kauf nix
Wie unter anderem das Portal DER WESTEN berichtete findet wieder mal der internationale Kauf-Nix-Tag statt. Begangen mit Aktionen und Brimborium natürlich wie auch sonst insbesonderen in den Städten und dort wiederum vor Einkaufstempeln und in Shopping-Meilen. Ziel des Tages ist es wie so oft bei dergleichen Gelegenheiten gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen irgendwo und gegen die bösen internationalen Konzerne hinzuweisen und diese ganz heftig zu schädigen damit das ganze Unheil aufhört. Es geht um demonstrative Konsumverweigerung und nicht um mündiges Kaufverhalten, schließlich läßt sich mit Vernunft ja nicht die Welt verbessern. Es braucht nicht weiter erwähnt werden dass Organisationen wie ATTAC ganz besonders bei der Gestaltung dieses wichtigen Tages mitmischen.

Denk nix
Die üblichen Konsumverweigerungsaktionen und Konsumboykottaufrufe kommen für gewöhnlich immer von Menschen aus derselben Gesinnungsecke die viele Ideen zur Weltrettung haben aber leider keine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse geschweige denn von einer Selbsterfahrung als (kleiner regionaler Familien-) Unternehmer belastet sind. Immer wieder gibt es junge Menschen die auf der Straße Aktionen machen bei denen sie darauf hinweisen dass für den Markenturnschuh XY der bei uns um 99,- zu haben ist die Näherin aus Bangladesh nur 2c bekomme. Nach Ansicht dieser Aktivisten ist die Differenz von 98,98 Reingewinn eines bösen Konzerns. Frei nach einem österreichischen Kanzler der dereinst einem Journalisten missmutig ein "Lernen Sie (zuerst) Geschichte!" entgegengeraunt hatte möchte man diesen jungen Leuten ein "Lernt zuerst Kostenrechnung!" ans Herz legen. Und kommt erst wieder wenn Ihr unter der retrograden Bezugskostenkalkulation kein Berechnungsverfahren aus Russland vermutet. Ähnlich gehaltvoll sind die stets wiederkehrenden Boykottaufrufe gegen Ölkonzerne oder Fastfoodketten - die jucken nämlich diese Unternehmen zuerst mal gar nicht, treffen aber kleine Tankstellenpächter oder Franchisenehmer (und deren Angestellte und lokale kleinstrukturierte Lieferanten, und deren Familien etc) sehr wohl, und damit genau die Falschen. Weltverbesserung sollte irgendwie erst dann erlaubt sein wenn man ein ausreichend umfangreiches Examen in Wirtschaftskunde nachweisen kann.

Hilft nix
Wobei zwar nicht Konsumverzicht sondern bewusstes Kaufverhalten sehr wohl sinnvoll wäre, und die demokratischte Abstimmung mit den Füssen die in einer freien Marktwirtschaft denkbar ist, und jeder der Geld hat ist abstimmungsberechtigt. Gäbe es so etwas wie einen durchgängig mündigen Konsumenten dann wären viel Transitverkehr, viel Umweltverschmutzung und viele entleerte Landstriche durchaus vermeidbar. Wenn der Kunde nämlich zB bevorzugt Produkte & Leistungen kaufen würde die mehr durch guten Inhalt denn Verpackung glänzen, Produkte & Leistungen aus der Region statt den Knoblauch aus China und den Kopfsalat aus Weitwegistan. Regionale Lebensmittelerzeuger im deutschsprachigen Raum können im internationalen Wettbewerb nicht über den Preis sondern nur über die Qualität bestehen. Wenn der mündige Konsument will dass in den Supermärkten in Zukunft nicht nur mehr industrieller importierter Nahrungsmüll angeboten wird, und dieser in 3 Einheitssorten, dann sollte er auch bereit sein den einen Euro oder den anderen Franken mehr für lokale Qualitätsware zu bezahlen.

Lies nix
Unter falsch gemachter Enthaltsamkeit leiden meistens die Falschen. Bei einem Trink-nix-Tag oder Rauch-nix-Tag jammern die Gastwirte. Unter einem Ferkel-Nix-Tag (zur spirituellen Selbstreinigung durch Askese zum Beispiel) leidet meistens der Geschlechtspartner, außer er/sie hält sich indes durch ein weniger asketisches Auswärtsgastspiel schadlos. Von Freitag nachmittag bis Sonntag abend herrscht im Internet häufig der Lies-Nix-Tag (geht einher mit dem Hirnaus-Wochenende vor dem TV). Darunter leiden viele Blogger die sich auch am Wochenende bemühen ihren Lesern ein kurzweiliges Vergnügen zu bereiten. Es wäre völlig gelogen wenn davon nicht auch dieses Revolverblatt zuweilen betroffen wäre...
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Weitere wichtige Tage im Jahreslauf:
Allerscheinheiligen
Halloween
Internationaler Weltidiotentag

(Bild: Cosmic Kitty / Flickr / CC BY)

20.11.2007

Alternativen zum Shareholder Value

Im letzten Jahrzehnt ist nicht nur aber vor allem in diesen Breiten das Shareholder Value Prinzip des Wirtschaftens sehr ins Gerede und auch in den Verruf gekommen, insbesondere bei jenen die keine Lust haben selber in ihrem Leben Risiko & Anstrengung zu übernehmen. So hat man u.a. den Stakeholder Value als Gegenkonzept entworfen. Allerdings gibt es noch eine Reihe weiterer populärer Wirtschaftungsentwürfe die es unverständlicherweise bislang noch nicht in die Lehrbücher geschafft haben...

Shareholder & Stakeholder Value
Wir wollen unsere LeserInnen hier nicht mit einem komplexen betriebswirtschaftlichen Diskurs langweilen sondern erlauben uns die beiden Betriebsführungsprinzipien anhand eines ganz banalen Beispiels zu erklären. Stellen Sie sich vor Sie führen eine kleine Würstelbude. Wenn Sie diesen Laden so führen dass Sie selber etwas davon haben (zB ein Einkommen) - weil schließlich müssen Sie auch den Kopf hinhalten wenn der Laden den Bach runter geht - dann machen Sie das nach Shareholder Value. Dieses Prinzip wurde von vielen Leuten die gar keine Lust haben das Risiko & die Arbeit auf sich zu nehmen eine Würstelbude zu führen als unbefriedigend beurteilt.

Daher hat man das Stakeholder Prinzip eingeführt: hier führen Sie den Laden so dass nicht nur die Kunden & Lieferanten zufrieden sind, sondern auch die Kommune in der Ihr Laden steht und die Ihnen das Leben mit Auflagen und Bürokratiekram schwer macht, die Gewerkschaften von Mitarbeitern die sie gar nicht anstellen weil sie den Laden alleine führen, die Gewerbeinnung bei der Sie gar nicht Mitglied sein wollen, und auch die Nachbarn die von Ihnen noch kein einziges Würstchen gekauft haben, aber Sie dafür zweimal verklagt haben wegen Geruchsbelastung. Gerade im deutschsprachigen Raum versteht man zweiteres Prinzip als optimales Anreizsystem für Unternehmertun in der idealen sozialen Marktwirtschaft.

Stateholder Value
Wer selber weder den Mut, noch die Kompetenz und schon gar keine Lust hat sich mit eigenverantwortlicher Arbeit zu ernähren sondern lieber von den anderen lebt (die dafür als Dank heftig für ihre gierige Profitmaximierung kritisiert werden) verfolgt das Stateholder Prinzip: soviel wie möglich vom Staat abräumen und so wenig wie möglich selber darin einzahlen. Menschen die nach Stateholder Value leben sind das Fundament jeder starken sozialen Marktwirtschaft.

Chairholder Value
Der Chairholder Value, auch Sesselkleber-Prinzip, wird besonders in der Politik, in Funktionärskreisen, aber auch in Volkswirtschaften mit strengem Kündigungsschutz geschätzt. Hier besteht das Ziel sich maximal ohne jede erkennbare Leistung für den welcher einen bezahlt zu bereichern und den eigenen Stuhl so abzusichern dass man selbst bei einem Vergehen nur woanders hin versetzt werden kann wo man dasselbe Geld bekommt, allerdings für noch weniger Verantwortung.

Steakholder Value
Wer nach dem Steakholder Value Prinzip lebt belastet sich nicht mit unnötigen wirtschaftlichen Fachkenntnissen sondern betreibt ein Personal Simplification Management: ist die Fleischportion am Teller groß genug dann ist alles in Ordnung, ansonsten wird solange gegen "die da oben" geschimpft, gestreikt, demonstriert, geklagt bis die Fleischportion wieder stimmt. In sozialen Marktwirtschaften ein sehr effizientes System. In völlig freien Marktwirtschaften sorgt es hingegen für besondere Schlankheit.

Scheckholder Value
Sehr materialistisch gesinnte Frauen im knusprigen Alter mit wettbewerbsfähiger äußerer Hülle berechnen den Sex Appeal von Männern gerne über den Scheckholder Value, je solventer der Typ desto attraktiv. Diese Sorte von Damen lebt privat bestens organisiert und hält sich je mindestens einen Mann für Schick, Scheck & Schock. Ersterer ist das Teil das frau auch in der Öffentlichkeit herzeigen kann ohne dass frau sich schämen muss dafür, Dritterer für die Erfüllung hormoneller Wünsche zuständig.

Sheepholder Value
Das Schafhalterwert beschreibt ein sehr einfaches Wirtschaftsprinzip wie es von den meisten Menschen betrieben wird die zwar doch zu Arbeit & Erwerbsmühe neigen, sich aber nicht mit den Details belasten wollen. Das Denkprinzip ist einfach: je mehr Schafe, Schweine oder Scheine auf einem Haufen desto besser. Und am Monatsende schauen wir dann ob es gereicht hat. Und der Steuerberater / Insolvenzberater erklärt einem am Schluß dann in unverständlichen Worten warum es nicht gereicht hat.

Spearholder Value
Klassisches Wirtschaftsprinzip das sowohl für juristische als auch natürliche Personen jeder Erwerbsart seit Menschengedenken die eigentliche Grundlage ist: wer den größeren Speer oder die größere Waffe besitzt diktiert den Preis und die Konditionen. Man ist also (auch bei den zuvor besprochenen Values) immer gut beraten etwas zu besitzen oder zu verkörpern was einem die Möglichkeit gibt andere in die Abhängigkeit zu treiben. Und wenn es - falls man selbst zu einem ungesunden Übermaß an Edelmut leidet - bloß dazu dient Nachteile abzuwehren.

Wacholder Value
Dieses Prinzip wird vor allem von älteren Ladys verfolgt die im Leben bereits etwas erreicht oder ihr Erbe nicht sinnlos verprasst haben und sich somit im Ruhestand einen gewissen Standard leisten können. Diese Ladys fliegen dann zB würdevoll nicht mit Ryan sondern mit der British Airways und lassen sich wacholdermäßig während des Flugs stilvoll & gelassen mit einer ausreichenden Dosis Gin Tonic vollaufen.
Da wir spontan tiefe Sympathie mit diesem Prinzip verspüren werden wir hier unterbrechen und die Redaktionsarbeit heute mit entsprechender praktischer Postevaluation beschließen...
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(Bild: KillR-B / stock.xchng / Royalty free)